Erstes Open Data Fachforum 2026: Datenqualität und - pflege
Impulse zu Qualitätssicherung, Metadatenstandards und Linked Open Data
1. Fachforum 2026 zu „Datenqualität und – pflege“
Ende April lud das CCOD zum ersten Fachforum des Jahres ein. Die Veranstaltung bot Impulsvorträge zur Qualitätssicherung in Open-Data-Portalen und anhand von Praxisbeispielen strukturierter offener Daten sowie einen spannenden Einblick in das Vorprojekt Datenlandkarte Föderal. In der Spitze verfolgten ca.130 Teilnehmende die Vorträge und die anschließende Diskussion.
Von isolierten Datensätzen zu selbstbeschreibenden, ausführbaren Wissensartefakten
Nach kurzen einleitenden Worten folgte der erste Impulsvortrag von Benjamin Degenhardt (Freelance Semantic Technology Consultant) zum Thema strukturierter Datensätze und deren Vorteile für Auffindbarkeit und Nachnutzung. Insbesondere wurde hier die Semantic Enrichment Engine (SEE) vorgestellt. Eine Anwendung, welche Datensätze nach Veröffentlichung semantisch anreichert und so aus beispielsweise csv. Dateien Linked Open Data erzeugen kann. Kurz gefasst erkennt die SEE Begriffe aus den Tabellenköpfen strukturierter Daten und gleicht diese mit – im Vorfeld festgelegten – Ontologien ab, um diese maschinenlesbar ‚nachzubeschreiben‘. Die angereicherten und qualitativ höherwertigen Datensätzen können dann zusätzlich zu den ursprünglichen Daten bereitgestellt werden.
Wie stellen wir die Qualität der Daten sicher? Einblicke in das Datenportal von Schleswig-Holstein
Im Anschluss gab Dr. Jesper Zedlitz den Teilnehmenden einen detaillierten Einblick in die Qualitätssicherungsprozesse im Open-Data-Portal des Landes Schleswig-Holstein. Dabei spielten auch Möglichkeiten zur Qualitätssteigerung bereitgestellter Daten eine Rolle.
Der gezeigte Prüfprozess umfasst neben der Frage der DCAT-AP.de konformen Metadaten ebenfalls Überprüfungen zur Erreichbarkeit der angegeben Links des hinterlegten Formates, sowie des angegebenen Aktualisierungsintervalls. Eine neue Komfortfunktion bietet zudem die automatisierte Überprüfung der Datenstrukturen – ähnlich wie bei der zuvor vorgestellten SEE – anhand von zuvor festgelegten Schemata. So würde beispielsweise erkannt werden, wenn ein Datensatz zu Windkraftanlagen eine Anlage mit einer unrealistischen Höhe von 1.500 Meter enthält. In einem solchen Fall erhält der Datenbereitsteller eine Mitteilung mit einem ggf. vorliegenden Korrekturbedarf. Im Rahmen des Vortrages wurden erste Auswertungen aus der Praxis gezeigt, die die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen untermauern.
Datenlandkarte und Subprofil: Wie Hamburg Daten sichtbar macht
Nach einer wohlverdienten Pause stellte Antje Göldner von der Senatskanzlei Hamburg das Projekt Datenlandkarte Föderal und insbesondere das neue Subprofil zum Metadatenstandard DCAT-AP.de vor: ReportDCAT-AP.de.
Hamburg baut eine Datenlandkarte auf, die Datenressourcen, Fachkennzahlen und Berichte der Verwaltung sichtbar und nutzbar machen soll. Die Erwartungen sind konkret: Kennzahlen behördenübergreifend synchronisieren, Doppelarbeit bei Erhebungen vermeiden und redundante Berichtserstellung reduzieren. Gleichzeitig sollen datengetriebene Entscheidungen belastbarer werden und Anfragen schneller beantwortet werden können.
Grundlage dafür ist ein gemeinsames Verständnis, wie Daten, Kennzahlen und Berichte beschrieben werden und zwar unabhängig von konkreten Softwarelösungen.
Genau deshalb startete die Arbeit am Metadatenmodell schon früh. Seit Oktober 2024 entsteht ReportDCAT-AP.de als Subprofil von DCAT-AP.de, dem deutschen Ableger des europäischen Standards DCAT-AP. Es schließt eine Lücke, die DCAT-AP.de offen lässt: Datensätze beschreibt der Standard gut, die Zusammenhänge zwischen Datenressourcen, Kennzahlen und Berichten jedoch nur teilweise.
Auf dieser Basis wurde das Vorprojekt Datenlandkarte Föderal gestartet. Ziel ist es, die bisherigen Ansätze zu konsolidieren, weitere Anforderungen aufzunehmen und die föderale Anschlussfähigkeit durch Stakeholder-Konsultationen und präzisere Modellierungsregeln zu stärken. Das Subprofil wurde im Rahmen einer Konsultationsphase mit einer Vielzahl von Perspektiven abgeglichen und wird – wie das mit Profilen so ist – nicht als abgeschlossen betrachtet. Das Team freut sich über Nachnutzung und Austausch.
Im abschließenden offenen Austausch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit vertiefenden Fragen zu dem Gehörten zu stellen und sich darüber hinaus mit sowohl den Referierenden als auch mit anderen Teilnehmenden zu vernetzen.
Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden herzlich für die gelungene Veranstaltung und freuen uns auf das zweite Fachforum im September zum Thema „Open Data und KI“.
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Stand 05.06.2026