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Ortslehrkräfte: Strahlkraft für Schulentwicklung

Datum 14.06.2018

Ortslehrkräfte gelten als eine der wichtigen Säulen von Unterrichtsentwicklung an Deutschen Auslandsschulen (DAS). Entsprechende Fortbildungen sind daher sehr wichtig. Vom 30. Mai bis zum 2. Juni fand an der Deutschen Schule Johannesburg ein Fortbildungsmodul zu lernpsychologischen Grundlagen für Ortslehrkräfte statt.













Ortslehrkräfte bleiben häufig langfristig an den DAS. Sie kennen die Landesspezifika und identifizieren sich in besonderer Art und Weise mit ihren Schulen. Gleichzeitig vermitteln deutschsprachige Ortslehrkräfte deutsche Sprache und Kultur und stützen so die Ziele der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.

Um diese Absicht weiter zu verfolgen, implementierte Stefan Marien, Prozessbegleiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in der Region Subsahara, eine modularisierte Fortbildung als Teil der Regionalen Fortbildung. An den insgesamt sechs Modulen nehmen im Durchschnitt je zwölf Lehrerinnen und Lehrer teil. Kernthemen sind beispielsweise Unterrichtsplanung, Classroom Management oder Differenzierung.

Lernpsychologische Grundlagen

Nun stand an der Deutschen Schule Johannesburg das Modul zu Lernpsychologischen Grundlagen auf dem Programm. Neben Lerntheorien, einem Blick auf neurophysiologische Erkenntnisse, komplexe Lernvorgänge oder auch einem Ausflug in die junge Forschungsrichtung der positiven Psychologie wurde jeweils konkret die Übertragung auf die individuellen Unterrichtssituationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reflektiert.

"Diese Fortbildungsreihe ist äußerst wichtig, um unsere Ortslehrkräfte fortzubilden, denn wir haben gerade im Bereich des deutschsprachigen Fachunterrichts einen enormen Bedarf an sehr gut qualifizierten Lehrkräften", so Kristin Eichholz, Schulleiterin der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS) Windhoek, die drei Teilnehmerinnen zu dieser Fortbildungsreihe schickte.

Erwartungen übertroffen

Die Lehrerinnen waren sehr angetan: "Die Fortbildungsreihe ist für mich eine tolle Möglichkeit zu lernen, wie ich als Lehrerin guten Unterricht gestalte und durchführe", sagt Dorothe von Finteln von der Deutschen Internationalen Schule Kapstadt. Und Fiona Schäfer, Deutsche Schule Johannesburg, ergänzt: "Die Fortbildung für Ortslehrkräfte ist für mich eine große Überraschung, da der Umfang und die Tiefe der behandelten Themen meine Erwartungen übertroffen hat."

Die Deutschen Schulen in dieser Region ziehen vor dem Hintergrund einer ähnlichen Situation am gleichen Strang. Gemeinsames Ziel ist eine kontinuierliche Weiterverbesserung der Unterrichtsqualität. "Mit der Teilnahme unserer Lehrkräfte verbessern wir nicht nur deren Unterricht, sondern erzielen innerhalb der Schulen durch Beteiligung zusätzlicher Personengruppen eine Strahlkraft in die gesamte systematische Schulentwicklung hinein", betont Prozessbegleiter Stefan Marien. Weltweit bietet die ZfA über 500 Seminare jährlich für verschiedene Akteure der deutschen Auslandsschularbeit an.

Quelle: Stefan Marien, Prozessbegleiter in Kapstadt

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts als Schulaufsicht des Bundes unter Mitwirkung der Länder derzeit 140 Deutsche Auslandsschulen. Sie fördert die Schulen in finanzieller, personeller sowie pädagogischer Hinsicht und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Weiterhin betreut und fördert die ZfA rund 25 Deutsch-Profil-Schulen, nationale Schulen mit einem ausgeprägten deutschen Unterrichts- und Abschlussprofil, sowie rund 1.100 nationale Schulen, die zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz führen. Alle von der ZfA geförderten Schulen gehören um Netzwerk der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH). Die ZfA berät bei der Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil, beim Aufbau des Deutschunterrichts in lokalen Schulen und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.