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Außenminister Maas besucht Pestalozzi-Schule Buenos Aires

Datum 24.05.2018

Neben dem Treffen der G20-Außenminister in Argentinien besuchte Bundesaußenminister Heiko Maas am 21. Mai die Pestalozzi-Schule in Buenos Aires. Die deutsche Delegation informierte sich über Projekte zur Erinnerungskultur sowie zur gesellschaftspolitischen Verantwortung Deutscher Schulen in Argentinien.

Bundesminister Heiko Maas trägt sich in Anwesenheit von Paula Estrella Wollrad und Carolina Barbarosch in das Goldene Buch der Pestalozzi-Schule ein Außenminister Maas besucht Pestalozzi-Schule Buenos AiresQuelle: Pestalozzi-Schule Buenos Aires

Die Vorfreude war groß, Heiko Maas und seine Delegation diesen Montag am ersten "Stolperstein" außerhalb Europas direkt vor dem Eingang der Pestalozzi-Schule begrüßen zu dürfen. "Es ist eine Ehre für uns", betont María Fernanda Oliden, Vorsitzende der Pestalozzi-Gesellschaft. Nach einigen Worten von Oliden und Schulleiter Michael Röhrig begaben sich die Besucherinnen und Besucher auf einen Rundgang der besonderen Art.

Gesellschaftspolitische Verantwortung

Die Schülerinnen Carolina Barbarosch und Paula Wollrad der 12. Klasse geleiteten die Delegation, unter der sich ebenfalls Jeanine Meerapfel, deutsch-argentinische Filmregisseurin und Präsidentin der Berliner Akademie der Künste, sowie Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Bildungs- und Forschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik, befanden. Insgesamt umfasste der Rundgang vier Stationen zum Thema "Erinnerungskultur und gesellschaftspolitische Verantwortung".

Die Schülerinnen Milena Nowodworski und Inés Pedemonte informieren den Bundesminister Heiko Maas über die Gründung und das Leitbild der Pestalozzi-Schule Außenminister Maas besucht Pestalozzi-Schule Buenos AiresQuelle: Pestalozzi-Schule Buenos Aires

Eingeläutet mit einer Besichtigung der Ausstellung "Ein Name, ein Schicksal, ein Mensch" zur Stolpersteininitiative in Argentinien, folgten Stationen zu Themen der unterschiedlichen Schulgeschichte der Pestalozzi- sowie der Goethe-Schule zur Zeit des Nationalsozialismus. Schließlich präsentierten Schülerinnen und Schüler der Cangallo-Schule ein vom Goethe-Institut Buenos Aires initiiertes Projekt in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte ex-ESMA, dem größten Folterzentrum während der Militärdiktatur 1976 bis 1983 in Argentinien. Dabei setzten sich die Jugendlichen eigenständig mit der Geschichte auseinander und formulierten ein Manifest der Zukunft der Erinnerung mit dem Ziel, die Demokratie längerfristig zu schützen.

Minister im aktiven Dialog

Ausgehend von den Wertevorstellungen der Schulen bis hin zu den zahlreichen dort regelmäßig durchgeführten Projekten, sowohl zur Erinnerung an die NS-Zeit und deren Spuren in Argentinien als auch zur Auseinandersetzung mit dem während der argentinischen Militärdiktatur vorherrschenden Staatsterrorismus, erhielten die Besucher einen umfangreichen Einblick in die verschiedenen Aktivitäten, welche die Schülerinnen und Schüler auch heute zur Erinnerungskultur durchführen. Der Minister zeigte sich äußerst interessiert, indem er zahlreiche Fragen an die Jugendlichen stellte und aktiv den Dialog suchte. Er kommentierte außerdem, wie es ihn erfreue zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler diese Projekte zu ihren eigenen machen.

Bundesminister Heiko Maas informiert sich über die Schulgeschichte der Pestalozzi-Schule bei Felipe Weinmann und Felicitas Blum Außenminister Maas besucht Pestalozzi-Schule Buenos AiresQuelle: Pestalozzi-Schule Buenos Aires

Als Abschluss des Besuchs traf sich die deutsche Delegation mit Schülerinnen und Schülern aus insgesamt sieben Deutschen Schulen in Argentinien zu einem direkten Austausch, an dem auch das Instituto Ballester, die Deutsche Schule Temperley, die Holmberg-Schule Quilmes und die deutsche Schule Lanús Oeste teilnahmen. Im Fokus stand hierbei speziell die Verantwortung der aus Deutschland geförderten Schulen, einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Argentinien zu leisten. Schulsprecherin Carolina Barbarosch erzählt begeistert von dem Gespräch: "Er wollte uns zuhören. Das finde ich total gut, dass er sich für Jugendliche interessiert". Sie betont, dass sie sich von seinen Worten motivieren ließ, als Teil ihrer Generation eine bessere Gesellschaft für die Zukunft aufbauen zu können.

Junge Vorbilder

Dem sportbegeisterten Minister überreichten die Jugendlichen zum Abschied ein Triathlon-Shirt als Andenken an seinen Besuch. Jeanine Meerapfel zeigte sich ihrerseits erkenntlich, indem sie den jungen Engagierten eine Kollektion ihrer Filme sowie das Buch "Kinder im Exil" zum gleichnamigen Programm der Berliner Akademie der Künste überreichte.

Bundesminister Heiko Maas freut sich über ein Triathlon-T-Shirt der Pestalozzi-Schule in Anwesenheit von Fernanda Oliden, Michael Röhrig und Felicitas Blum Außenminister Maas besucht Pestalozzi-Schule Buenos AiresQuelle: Pestalozzi-Schule Buenos Aires

Der Minister bedankte sich bei den Gastgebenden und betonte erneut, wie es ihn begeistere, solche jungen Vorbilder an den deutsch-argentinischen Schulen vorzufinden.

Quelle: Anna-Lena Cramer, Pestalozzi-Schule Buenos Aires

Die genannten Deutschen Auslandsschulen (DAS) und Sprachdiplomschulen in Argentinien gehören zu den 140 Deutschen Auslandsschulen und rund 1100 Sprachdiplomschulen weltweit, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts offiziell betreut werden. Auf der Grundlage des Auslandsschulgesetzes nimmt die ZfA an den DAS die Schulaufsicht wahr, berät und fördert die Schulen personell, finanziell sowie pädagogisch und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Die DAS sind Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs. Sie legen Wert auf die Mehrsprachigkeit und individuelle Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler, die sowohl deutsche als auch internationale und einheimische Schulabschlüsse erwerben können.