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Europäische Mobilität in der dualen Berufsausbildung

Datum 07.02.2018

Im Dezember 2017 nahmen erstmals 15 Auszubildende der FEDA Madrid an dem europäischen Mobilitätsprogramm Erasmus+ teil. Die Auszubildenden, die in Spanien bei deutschen Unternehmen zu Industriekaufleuten, Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistung oder Verkäufern ausgebildet werden, hatten die Gelegenheit, ein Praktikum in der Zentrale oder einer Niederlassung ihres Ausbildungsunternehmens in Deutschland zu absolvieren.

André Cartagena, der seine Praktikumswoche bei Kuehne+Nagel in Hamburg verbrachte, fasst seine Erfahrungen wie folgt zusammen: "Das Erasmus Projekt war eine tolle Chance, um den Ursprung unserer dualen Ausbildung kennenzulernen und Vergleiche zwischen Deutschland und Spanien zu ziehen. Außerdem sind internationale Projekte wie Erasmus+ bei Unternehmen hoch angesehen."

Kooperation mit Beruflicher Schule in Hamburg

Das zweiwöchige Projekt bestand aus zwei Teilen: In der ersten Woche fand in Hamburg an der Partnerschule der FEDA Madrid Berufliche Schule Am Lämmermarkt ein gemeinsames Lernprogramm statt. Die Auszubildenden nahmen am Berufsschulunterricht teil und führten eine Projektarbeit zum Thema Arbeitsrecht - ein Vergleich zwischen Deutschland und Spanien gemeinsam mit den Schülern der kaufmännischen Berufsschule für Außenhandel durch. Die Ergebnisse dieser Gruppenarbeiten wurden in kreativ gestalteten, selbstgedrehten Erklärvideos präsentiert.

Daneben besuchten die Auszubildenden der FEDA Madrid mehrere weltbekannte Unternehmen. Hier standen die Fachvorträge zum Thema Supply Chain Management in der Produktion von Nivea-Artikeln bei Beiersdorf, die Fertigungsorganisation für den A320 und A380 bei Airbus oder das Betreiben eines fast vollautomatisierten Container-Terminals in Altenwerder bei der Hamburger Hafen und Logistik AG im Vordergrund. Der gemeinsame Besuch eines Sinfoniekonzertes in der Elbphilharmonie rundete das Programm in Hamburg ab.

Praktikum in der deutschen Zentrale

In der zweiten Woche absolvierten die Auszubildenden ein Betriebspraktikum an verschiedenen Standorten in Deutschland. Vor Ort lernten sie die Arbeitswelt und die duale Ausbildung in Deutschland praktisch kennen. "Das Ziel unseres europäischen Bildungsprojektes ist die Stärkung der fachlichen, sozialen, interkulturellen und organisatorischen Kompetenzen unserer Auszubildenden. Die Unternehmensbesuche haben die Azubis weitgehend eigenständig vorbereitet und auch in ihrer Praktikumswoche mussten sie sich alleine in der deutschen Arbeitswelt und im Alltag zurechtfinden", so Christoph Weissbach, Studienleiter an der FEDA Madrid.

Neben dem fachlichen Lernen stand für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch das Anwenden und Verbessern der deutschen Sprache im Mittelpunkt. Irene Vacas Prieto, die ihre Ausbildung zur Verkäuferin bei Aldi in Spanien absolviert und Deutsch als Fremdsprache an der FEDA Madrid mit dem Ziel DSD I lernt, war begeistert von ihrem ersten Aufenthalt in Deutschland: "Das Erasmus+ Projekt hat mich persönlich und beruflich gestärkt. Durch den praktischen Teil des Projektes habe ich meinen beruflichen Horizont erweitern können, was mir auch geholfen hat, persönlich weiter zu wachsen und auch meine Deutschkenntnisse anzuwenden. Ich denke, dass mir das Erasmus+ Projekt in meinem zukünftigen Berufsleben hilft."

Im kommenden Schuljahr sollen auch die Auszubildenden zu Hotelfachleuten der Außenstelle auf Teneriffa der FEDA Madrid an dem Erasmus+ Projekt in Deutschland teilnehmen. Gerade die Hotelbranche bietet sich für europäische, mehrsprachige Mobilitätsprojekte an, um die Attraktivität und Qualität der dualen Ausbildung zu steigern.

Die Förderung für den Aufenthalt in Deutschland erhielt die Deutsche Auslandsberufsschule aufgrund einer umfangreichen Antragstellung von der spanischen Nationalen Agentur SEPIE (Servicio Español Para la Internacionalización de la Educación).

Die Deutsche Auslandsberufsschule FEDA Madrid gehört zu den 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder betreut werden. Die ZfA fördert die Schulen in personeller, finanzieller und pädagogischer Hinsicht und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Sie berät bei der Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil, beim Aufbau des Deutschunterrichts in lokalen Schulen und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards. An rund zehn berufsbildenden Zentren im Ausland wird die duale Ausbildung in kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen angeboten.