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Addis.Sound.Prosa: Musiktheater in Addis Abeba

Datum 28.04.2017

Ein Stück über Addis Abeba, diese laute, staubige, verregnete, mal schöne, mal hässliche Stadt? Man muss es nur wollen, dachte sich Ralf Werner, Musiker und Musiklehrer der Deutschen Botschaftsschule Addis Abeba (DBSAA). Neben Schülerinnen und Schülern der DBSAA nahmen auch Jugendliche der Andinet International School teil, gemeinsam huldigten sie auf der Bühne der äthiopischen Hauptstadt.

Addis.Sound.Prosa: ein internationales Musiktheaterprojekt an der Deutschen Botschaftsschule Addis Abeba, erarbeitet von Musiklehrer Ralf Werner, der für diese Idee sofort die Rückendeckung der Schulleitung und die Unterstützung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) bekam. Gemeinsam mit seinem langjährigen künstlerischen Partner aus dem Duo "DIE KULTURTECHNIKER", Schauspieler Martin M. Hahnemann, als Regisseur und Sprecherzieher ging es los.

Alltag in der Millionenstadt

Der erste Meilenstein des Projektes war ein Poetry Slam, zu dem fast alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 9, 10 und 11 ein Stück Prosa oder Lyrik beigesteuert hatten. Parallel arbeitete die AG Kunst 11 an Graffity-Motiven auf Wellblech. Zudem wurden Videosequenzen vom Alltag in der Millionenstadt aufgenommen und die Schul-Rockband probte, ergänzt um die jungen Musiker der sogenannten Marching Band der Schule.

Eine Woche lang wurde zunächst in getrennten Werkstätten an Rezitation und Schauspiel, Musik und Choreographien sowie Videoprojektionen und Bühnenbild gearbeitet. Was zunächst unzusammenhängend erschien, konnte nun zusammengeführt werden. Die von Ralf Werner erdachte Stückstruktur war bald mit Musik und Sprache, Videobildern und authentischen O-Tönen zu vernehmen. Schließlich trafen noch die äthiopischen Gäste aus der Andinet International School mit ihren traditionellen Instrumenten ein: der Harfe Krar, dem Streichinstrument Mazinko und Trommeln.

Große Zuneigung zu Stadt und Land

Dann kam der große Tag der Premiere. Alles wurde von den insgesamt 25 Mitwirkenden nochmal durchgegangen und bereitgelegt. Generalprobe am Nachmittag, einzelne Zufallszaungäste waren bereits positiv überrascht. Schulleiterin Monika Biegel sagte in ihrer Anmoderation: So etwas hätte sie in ihren vielen Jahren ihrer Berufstätigkeit noch nicht gesehen. Und sie sollte Recht behalten. Nach einem ruhigen Beginn, das morgendliche Erwachen der Metropole und erste Poesiegedanken von zwei Straßenfegern, kam mit der Lehrerin und Choreographin Stephanie Decker doch tatsächlich eine Fahrradfahrerin auf die Bühne. Sie erzählte von ihrem täglichen Schulweg mit dem Mountainbike.

"Der britischer Gast-Leadgitarrist stimmte mit unserem tollen Schlagzeuger gleich rockig ein und riss die Band mit, die grandiosen Sängerinnen legten los", erinnert sich Ralf Werner begeistert. So ging es dann 80 Minuten weiter. Hinterlegt von passenden Videoaufnahmen folgten vielfältige Musikstücke, Klänge und Beiträge, mal fröhlich, mal nachdenklich und kritisch, aber immer von großer Zuneigung und Liebe der Stadt und dem Land gegenüber geprägt. "Es wurde zum Beispiel ganz anrührend vom Leben des Straßenhundes 'Bushi' erzählt, und dann kam wieder ein verbeultes blaues Taxi zu Wort", erklärt der Musiklehrer.

Berührender Schlussgesang

Zweimal verwandelten sich fünf Rezitatorinnen zu einer Tanzcrew im Hiphop- und Jazz-Stil. Die äthiopischen Gäste ließen immer wieder ihre traditionellen Instrumente erklingen und leiteten über in den wahrhaft alle berührenden Schlussgesang nach dem äthiopischen Hit "Na na Demayhe" und einen kollektiven Poetry-Showdown. Im gefühlvollen Epilog wurde im poetischen Sinn der Koffer gepackt und zum letzten Mal zu den Klängen der Titelmelodie die "neue Blume", auf Äthiopisch "Addis Abeba", gewürdigt.

Zum Schluss ganz großer Applaus, und bei manchen flossen vor Ergriffenheit Tränen, rührte das Stück doch viele Stimmungen an, die man in so einer Stadt der Gegensätze durchlebt. "Addis Sound Prosa": Ein Musiktheaterstück, das im schulischen Bereich durch seine Intensität und Qualität, Vielfalt und Beseeltheit wohl noch nie so gesehen wurde und den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.













Die Deutsche Botschaftsschule Addis Abeba gehört zu den 140 Deutschen Auslandsschulen weltweit, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts offiziell betreut werden. Auf der Grundlage des Auslands-schulgesetzes nimmt die ZfA die Schulaufsicht wahr, berät und fördert die Schulen personell, finanziell sowie pädagogisch und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Die Deutschen Auslandsschulen sind Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs. Sie legen Wert auf die Mehrsprachigkeit und individuelle Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler, die sowohl deutsche als auch internationale und einheimische Schulabschlüsse erwerben können.