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ZDF-Bericht: Schicksale hinter den Aktenzeichen

Datum 04.05.2015

"Das Bundesverwaltungsamt hat eine ganz besondere, vor allem menschliche Aufgabe", heißt es in einem Beitrag des ZDF-Mittagsmagazins vom 29. April: "Diejenigen, denen die deutsche Staatsbürgerschaft während des Nationalsozialismus entzogen wurde, können hier ihre Wiedereinbürgerung beantragen." Am Beispiel zweier Zeitzeugen zeigt der ZDF-Bericht, wie das BVA zur Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen beiträgt.

Einer der Betroffenen ist der weltberühmte Pianist Menahem Pressler, der als Jude vor den Nationalsozialisten nach Palästina fliehen musste. 2012 – sieben Jahrzehnte nach seiner Flucht – wurde er deutscher Staatsbürger. Das Bundesverwaltungsamt hatte Presslers Einbürgerungsantrag bearbeitet.

Frühere Deutsche können sich auf ihre deutsche Staatsangehörigkeit berufen, wenn diese ihnen während der Zeit des NS-Regimes aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen wurde. Seit Inkrafttreten des Grundgesetzes 1949 besteht die Möglichkeit, sich auf Antrag wiedereinbürgern zu lassen. Dieses Recht erstreckt sich auch auf die Nachkommen der Zwangsausgebürgerten und ist damit weiter für einen großen Personenkreis aktuell.

Die Ausstellung "Menschenschicksale", über die der ZDF-Beitrag ebenfalls berichtet, dokumentiert solche Schicksale. Das Bundesverwaltungsamt hat diese Dokumentation nach Originalakten erstellt. Sie zeigt, wie gezielt das nationalsozialistische Regime die Entziehung der deutschen Staatsangehörigkeit als Instrument gegen Juden und politische Regimegegner einsetzte. Ein Schwerpunkt liegt auf den Schicksalen prominenter Emigranten wie Willy Brandt, Bertolt Brecht, Albert Einstein oder Herbert Wehner. Die Wanderausstellung wird nicht nur in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen gezeigt (bis Anfang Juni im Westfalen-Kolleg in Paderborn), sie ist auch dauerhaft im Hauptgebäude des Bundesverwaltungsamtes in Köln zu sehen.