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Das Fund­pa­pier­ver­fah­ren

In Deutsch­land wird jähr­lich ei­ne Viel­zahl aus­län­di­scher Do­ku­men­te ge­fun­den. Päs­se, Per­so­nal­aus­wei­se, Füh­rer­schei­ne, Stu­den­ten­aus­wei­se und al­le er­denk­li­chen an­de­ren Pa­pie­re wer­den dem Bun­des­ver­wal­tungs­amt (BVA) zu­ge­sandt und dem In­ha­ber im Bun­des­ge­biet oder der aus­län­di­schen Ver­tre­tung zu­rück­ge­ge­ben.

Auf dem Bild werden drei Fotos dargestellt -  ein Grenzbeamter bei der Kontrolle, Ausweise und eine Computertastatur auf der geschrieben wird

Wel­che Pa­pie­re wer­den dem Bun­des­ver­wal­tungs­amt über­sandt?

Die Ser­vicestel­le aus­län­di­sche Fund­do­ku­men­te be­han­delt als zen­tra­ler Dienst­leis­ter al­le aus­län­di­schen Fund­do­ku­men­te, die im Bun­des­ge­biet von öf­fent­li­chen Stel­len zu­ge­lei­tet wer­den. Die Do­ku­men­te, die ent­we­der un­mit­tel­bar dem In­ha­ber (z.B. Do­ku­men­te von im Bun­des­ge­biet amt­lich ge­mel­de­ten Aus­län­dern) oder ein­deu­tig ei­nem Asy­lan­trag­stel­ler zu­ge­ord­net wer­den kön­nen, müs­sen nicht ans BVA über­sandt wer­den.

Was ge­schieht mit den über­sand­ten Pa­pie­ren?

So­weit mög­lich wer­den Do­ku­men­te so­fort – in der Re­gel über die zu­stän­di­ge Aus­län­der­be­hör­de oder die ent­spre­chen­de aus­län­di­sche Bot­schaft – an den In­ha­ber zu­rück­ge­ge­ben. Bei Pa­pie­ren, die ein­deu­tig ei­nem Asy­lan­trag­stel­ler zu­ge­ord­net wer­den kön­nen, er­folgt ei­ne Wei­ter­lei­tung an das zu­stän­di­ge Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF).

Was ge­schieht mit den Pa­pie­ren, die kei­ner Per­son zu­ge­ord­net wer­den kön­nen?

Grund­sätz­lich sind die Do­ku­men­te an die aus­län­di­sche Ver­tre­tung des Staa­tes zu über­ge­ben, die das Do­ku­ment aus­ge­stellt hat.

Iden­ti­fi­ka­ti­ons­pa­pie­re von An­ge­hö­ri­gen vi­s­apflich­ti­ger Staa­ten wer­den zu­sätz­lich in die Fund­pa­pier­da­ten­bank auf­ge­nom­men. Dies ge­schieht in der „Ser­vicestel­le aus­län­di­sche Fund­do­ku­men­te“ des Bun­des­ver­wal­tungs­am­tes.

Wo­zu dient die Fund­pa­pier­da­ten­bank?

Im Bun­des­ge­biet be­fin­den sich ei­ne Viel­zahl von Aus­län­dern oh­ne die er­for­der­li­chen Rei­se bzw. Iden­ti­fi­ka­ti­ons­do­ku­men­te. Dem­ge­gen­über wer­den fort­lau­fend zahl­rei­che Aus­weis­pa­pie­re ge­fun­den, die ih­rem In­ha­ber nicht zu­ge­ord­net wer­den kön­nen. Ein Teil die­ser Do­ku­men­te stammt von vi­sumpf­lich­ti­gen Aus­län­dern. Ziel der Fund­pa­pier­da­ten­bank ist es, al­le in Deutsch­land auf­ge­fun­de­nen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­do­ku­men­te, die von vi­sumpf­lich­ti­gen Staa­ten aus­ge­stellt sind, in ei­ner zen­tra­len Da­ten­bank zu er­fas­sen. Hier­durch wird ins­be­son­de­re Grenz-, Po­li­zei- und Aus­län­der­be­hör­den die Mög­lich­keit ge­ge­ben, ge­fun­de­ne Do­ku­men­te aus­weis­lo­sen Aus­län­dern zu­zu­ord­nen. Die ent­spre­chen­de Be­hör­de über­sen­det hier­zu ein Licht­bild des an­ge­trof­fe­nen Aus­län­ders an die Ser­vicestel­le und er­hält die Da­ten von Do­ku­men­ten zu­rück­ge­lie­fert, die ein dem ge­such­ten Aus­län­der hin­rei­chend ähn­li­ches Licht­bild ent­hal­ten. Bei Be­darf (und ins­be­son­de­re zum Zwe­cke der Rück­füh­rung in die Her­kunfts­län­der) kann durch die an­fra­gen­de Be­hör­de auch das Ori­gi­nal­do­ku­ment oder – so­fern das Ori­gi­nal­do­ku­ment be­reits an die Aus­lands­ver­tre­tung zu­rück­ge­ge­ben wur­de – ei­ne kom­plet­te Ko­pie des Do­ku­men­tes so­wie ein Rück­sen­denach­weis an­ge­for­dert wer­den.

Wie nut­ze ich die Fund­pa­pier­da­ten­bank?

Um ei­ne Ab­fra­ge für ei­nen nicht iden­ti­fi­zier­ten Aus­län­der zu er­stel­len, müs­sen Sie ein di­gi­ta­les Fo­to des Be­tref­fen­den zur Ver­fü­gung ha­ben. Tech­ni­sche Min­dest­vor­aus­set­zung ist le­dig­lich, dass es sich um ein Fo­to im jpg-For­mat mit ei­ner Auf­lö­sung von min­des­tens 200 dpi han­delt. Op­ti­mal ist ei­ne Auf­lö­sung von 300 dpi, ei­ne wei­te­re Er­hö­hung des Auf­lö­sungs­wer­tes ist nicht sinn­voll.

Von der Art der Auf­nah­me ist in ent­schei­den­der Wei­se ab­hän­gig, wie er­folg­reich die Su­che in der Fund­pa­pier­da­ten­bank ver­läuft. Idea­ler­wei­se soll­ten die an­ge­lie­fer­ten Bil­der dem ICAO-Stan­dard ent­spre­chen. (ICAO ist die In­ter­na­tio­na­le Zi­vil­luft­fahrt­be­hör­de. Die Ab­kür­zung steht für In­ter­na­tio­nal Ci­vil Avia­ti­on Or­ga­ni­za­ti­on.)

Wich­tig ist, dass das Bild:

  • mög­lichst das ge­sam­te Ge­sicht zeigt
  • fron­tal auf­ge­nom­men ist,
  • kei­ne Stö­rein­flüs­se auf­weist (z.B. dick­ran­di­ge Bril­len, Bril­len­rän­der, die die Au­gen ver­de­cken etc.),
  • gleich­mä­ßig aus­ge­leuch­tet ist (d.h. kei­ne Schat­ten im Ge­sichts­be­reich auf­weist).

Wie wird die An­fra­ge in der Ser­vicestel­le ver­ar­bei­tet?

Das Bun­des­ver­wal­tungs­amt nutzt ein bio­me­tri­sches Ver­fah­ren der Ge­sichts­er­ken­nung. In­ner­halb der Ser­vicestel­le wird das Licht­bild ei­ner An­fra­ge mit al­len Licht­bil­dern ver­gli­chen, die in der Fund­pa­pier­da­ten­bank ge­spei­chert sind. Die Be­ar­bei­ter in der Ser­vicestel­le be­kom­men al­le Tref­fer, zu de­nen die Aus­wer­tung der Bio­me­trie­an­wen­dung ei­nen Min­dest-Ähn­lich­keits­wert auf­weist, an­ge­zeigt. Aus die­ser Viel­zahl an Tref­fern wer­den, ggf. un­ter Be­rück­sich­ti­gung der zu­sätz­lich über­mit­tel­ten Kri­te­ri­en zur Ein­schrän­kung des Such­be­rei­ches, die­je­ni­gen aus­ge­wählt, bei de­nen auch bei ei­nem di­rek­ten, op­ti­schen Ver­gleich der Licht­bil­der ei­ne hin­rei­chen­de Ähn­lich­keit fest­ge­stellt wird. Die­se Tref­fer kön­nen der an­fra­gen­den Be­hör­de auch on­line zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den.

Ih­re An­sprech­part­ner

Zen­tra­le Kon­takt­mög­lich­keit: E-Mail: fund­do­ku­men­te@bva.bund.de