Herzlich Willkommen auf der Homepage des Bundesverwaltungsamtes

Deutschlandflagge; © DOC RABE Media - Fotolia. com

Schrift­li­ches Auf­nah­me­ver­fah­ren

Das Auf­nah­me­ver­fah­ren ist ein An­trags­ver­fah­ren, das grund­sätz­lich vor der Be­grün­dung des stän­di­gen Auf­ent­hal­tes in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land durch­ge­führt wer­den muss. Der Auf­nah­me­be­wer­ber kann den An­trag auf Auf­nah­me als Spätaus­sied­ler vom Her­kunfts­ge­biet aus über ei­ne Deut­sche Aus­lands­ver­tre­tung oder über in Deutsch­land le­ben­de Ver­wand­te oder sons­ti­ge Be­auf­trag­te als Be­voll­mäch­tig­te beim Bun­des­ver­wal­tungs­amt stel­len.

Die ein­ge­hen­den Auf­nah­mean­trä­ge wer­den im Bun­des­ver­wal­tungs­amt zu­erst da­ten­tech­nisch er­fasst. In wei­te­ren Schrit­ten prüft das Bun­des­ver­wal­tungs­amt an­hand der An­trags­an­ga­ben und der bei­ge­füg­ten Ur­kun­den, ob der An­trag­stel­ler auch tat­säch­lich die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Auf­nah­me als Spätaus­sied­ler nach dem Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­setz (BVFG) er­füllt. Auf­nah­me als Spätaus­sied­ler kön­nen nur Per­so­nen fin­den, die deut­sche Volks­zu­ge­hö­ri­ge sind.

Deut­scher Volks­zu­ge­hö­ri­ger ist nach § 6 Abs. 2 BVFG,

  • wer von min­des­tens ei­nem El­tern­teil mit deut­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit oder deut­scher Volks­zu­ge­hö­rig­keit ab­stammt und
  • sich bis zum Ver­las­sen der Aus­sied­lungs­ge­bie­te durch ei­ne ent­spre­chen­de Na­tio­na­li­tä­te­n­er­klä­rung oder auf an­de­re Wei­se zum deut­schen Volks­tum be­kannt hat und
  • im Zeit­punkt der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­am­tes über den Auf­nah­mean­trag ein ein­fa­ches Ge­spräch auf Deutsch füh­ren kann.

Ein Be­kennt­nis auf an­de­re Wei­se kann ins­be­son­de­re durch den Nach­weis aus­rei­chen­der deut­scher Sprach­kennt­nis­se ent­spre­chend dem Ni­veau B 1 des Ge­mein­sa­men Eu­ro­päi­schen Re­fe­renz­rah­mens für Spra­chen oder durch den Nach­weis fa­mi­li­är ver­mit­tel­ter Deutsch­kennt­nis­se er­bracht wer­den.

Nur wer al­le Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, kann als Spätaus­sied­ler Auf­nah­me in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land fin­den. Ab­stam­mung und Be­kennt­nis er­ge­ben sich oft­mals be­reits aus den von den An­trag­stel­lern vor­zu­le­gen­den Per­so­nen­stand­sur­kun­den. Hin­ge­gen be­darf es zur Fest­stel­lung der Ver­mitt­lung der deut­schen Spra­che der Durch­füh­rung ei­nes „Sprach­tests“ im Her­kunfts­ge­biet in der nächst­ge­le­ge­nen Aus­lands­ver­tre­tung. So führt das Bun­des­ver­wal­tungs­amt be­reits seit Mit­te 1996 Sprach­tests an ver­schie­de­nen Stand­orten in den Her­kunfts­ge­bie­ten, über­wie­gend der Rus­si­schen Fö­de­ra­ti­on und Ka­sachs­tan, durch.

Auf­nah­me­be­wer­ber aus an­de­ren Staa­ten (ein­schließ­lich Est­land, Lett­land oder Li­tau­en) als der ehe­ma­li­gen So­wjet­uni­on müs­sen zu­sätz­lich nach­wei­sen, dass sie auf Grund ih­rer deut­schen Volks­zu­ge­hö­rig­keit Be­nach­tei­li­gun­gen oder Nach­wir­kun­gen frü­he­rer Be­nach­tei­li­gun­gen un­ter­la­gen (§ 4 Abs. 2 BVFG).

Sind al­le Vor­aus­set­zun­gen er­füllt er­stellt das Bun­des­ver­wal­tungs­amt den Auf­nah­me­be­scheid. Der Auf­nah­me­be­wer­ber kann da­mit zu ei­nem von ihm selbst ge­wähl­ten Zeit­punkt in die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein­rei­sen.

Zur Wah­rung der Fa­mi­li­enein­heit kön­nen auf An­trag des Spätaus­sied­lers (Be­zugs­per­son) des­sen Ehe­gat­te so­wie des­sen Ab­kömm­lin­ge bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen in den Auf­nah­me­be­scheid der Be­zugs­per­son ein­be­zo­gen wer­den, wenn

  • die Be­zugs­per­son dies aus­drück­lich be­an­tragt,
  • die Ehe mit dem nicht­deut­schen Ehe­gat­ten seit min­des­tens drei Jah­ren be­steht,
  • die ein­zu­be­zie­hen­de Per­son über Grund­kennt­nis­se der deut­schen Spra­che ver­fügt.

Die­se Grund­kennt­nis­se lie­gen vor, wenn die Kom­pe­tenz­stu­fe A 1 des „Ge­mein­sa­men eu­ro­päi­schen Re­fe­renz­rah­mens für Spra­chen“ des Eu­ro­pa­ra­tes er­reicht wird. Sie kön­nen durch Vor­la­ge des Zer­ti­fi­kats „Start Deutsch 1“ des Goe­the-In­sti­tuts oder durch Ab­le­gung ei­nes Sprach­stands­tests im Rah­men ei­ner An­hö­rung in ei­ner deut­schen Aus­lands­ver­tre­tung nach­ge­wie­sen wer­den. So­wohl die Prü­fung „Start Deutsch 1“ als auch der Sprach­stands­test kön­nen bei Nicht­be­ste­hen wie­der­holt wer­den.

Der Ein­be­zie­hungs­an­trag kann gleich­zei­tig mit dem An­trag auf Auf­nah­me nach dem Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­setz ge­stellt wer­den oder auch spä­ter und so­gar noch nach Er­halt des Auf­nah­me­be­schei­des. Ei­ne Ein­be­zie­hung kann auch noch nach­träg­lich nach Aus­rei­se der Be­zugs­per­son er­fol­gen, so­lan­ge der Ein­zu­be­zie­hen­de sei­nen Wohn­sitz im Her­kunfts­ge­biet bei­be­hält.

Die Be­zugs­per­son muss eben­so wie die ein­zu­be­zie­hen­den Per­so­nen bis zur Be­schei­der­tei­lung ih­ren Wohn­sitz im Her­kunfts­ge­biet bei­be­hal­ten.

Aus­nahms­wei­se kann Per­so­nen ge­mäß § 27 Abs. 2 BVFG, die sich be­reits im Bun­des­ge­biet auf­hal­ten, ein Auf­nah­me­be­scheid er­teilt oder die Ein­be­zie­hung aus­nahms­wei­se nach­ge­holt wer­den, wenn die Ver­sa­gung ei­ne be­son­de­re Här­te - bei­spiels­wei­se im Fal­le ei­ner le­bens­be­droh­li­chen Er­kran­kung - be­deu­ten wür­de und die sons­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen.

Be­trof­fe­ne soll­ten sich in ei­nem der­ar­ti­gen Fall an die zu­stän­di­ge Au­ßen­stel­le des Bun­des­ver­wal­tungs­am­tes in Fried­land un­ter der oben ge­nann­ten An­schrift wen­den.

Ihr Kontakt

Adresse(n):
Postanschrift:

Bundesverwaltungsamt
50728 Köln

Zuständige Organisationseinheiten