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In­for­ma­tio­nen zu Ren­ten­zu­satz­leis­tun­gen für ehe­ma­li­ge Kriegs­ge­fan­ge­ne nach dem Heim­keh­rer­stif­tungs­ge­setz



A. Per­so­nen­kreis

Leis­tun­gen nach § 3 Abs. 2 Heim­keh­rer­stif­tungs­ge­setz (HKStG) kann er­hal­ten, wer

  • Deut­scher im Sin­ne des Grund­ge­set­zes und in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist,
  • we­gen mi­li­tä­ri­schen oder mi­li­tär­ähn­li­chen Dien­stes im ur­säch­li­chen Zu­sam­men­hang mit dem Zwei­ten Welt­krieg ge­fan­gen ge­nom­men und von ei­ner aus­län­di­schen Macht fest­ge­hal­ten wur­de,
  • nach dem 31.12.1946 aus der Kriegs­ge­fan­gen­schaft ent­las­sen wur­de,
  • ei­ne Ren­te we­gen Er­werbs­un­fä­hig­keit oder ei­ne Al­ters­ren­te aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für An­ge­stell­te, Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten, Bun­des­knapp­schaft, Bun­des­bahn-Ver­si­che­rungs­an­stalt, See­kas­se) be­zieht,
  • nach­weist, dass bei der Ren­ten­be­rech­nung min­des­tens 25 Ver­si­che­rungs­jah­re be­zie­hungs­wei­se 25 Jah­re an ren­ten­recht­li­chen Zei­ten, da­von min­des­tens 36 Mo­na­te ei­ner Er­satz­zeit nach § 250 Ab­satz 1 Num­mer 1 So­zi­al­ge­setz­buch VI (SGB VI) (Zei­ten des mi­li­tä­ri­schen oder mi­li­tär­ähn­li­chen Dien­stes, Kriegs­ge­fan­gen­schaft) an­ge­rech­net wur­den,

Neue Bun­des­län­der:

Ver­si­che­rungs­jah­ren ste­hen gleich die Zei­ten ei­ner ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Tä­tig­keit, der Er­satz­zeit steht gleich die Zeit des Mi­li­tär­diens­tes und der Kriegs­ge­fan­gen­schaft, die nach den Vor­schrif­ten der ehe­ma­li­gen DDR über die Ge­wäh­rung und Be­rech­nung von Ren­ten der So­zi­al­pflicht­ver­si­che­rung als ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Tä­tig­keit an­ge­rech­net wur­den.

  • un­ter Be­rück­sich­ti­gung sei­ner und sei­nes Ehe­gat­ten Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se und Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se über kei­ne aus­rei­chen­de Al­ters­ver­sor­gung ver­fügt.


B. Hö­he der Leis­tung, Leis­tungs­be­ginn, Leis­tungs­dau­er

Die Hö­he der Leis­tung be­trägt ab 01.07.2017:

  • bei ei­nem Mo­nats­ein­kom­men bis
918,00 Eu­ro46,00 Eu­ro
  • bei ei­nem Mo­nats­ein­kom­men bis
1.016,00 Eu­ro41,00 Eu­ro
  • bei ei­nem Mo­nats­ein­kom­men bis
1.1119,00 Eu­ro36.00 Eu­ro
  • bei ei­nem Mo­nats­ein­kom­men bis
1.221,00 Eu­ro31,00 Eu­ro

Ein Mo­nats­ein­kom­men von mehr als 1.221,00 Eu­ro gilt als aus­rei­chen­de Al­ters­ver­sor­gung. Vom Ein­kom­men des Ehe­gat­ten wird nur der Be­trag an­ge­rech­net, der 261,00 Eu­ro über­steigt.

Auf die Leis­tung be­steht kein Rechts­an­spruch. Sie kann nur auf An­trag ge­währt wer­den. Sie wird vom Ers­ten des Mo­nats an be­wil­ligt, in dem die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­wil­li­gung er­füllt sind, frü­he­s­tens ab dem Mo­nat des Ein­gangs des An­tra­ges beim Bun­des­ver­wal­tungs­amt.

Sie en­det mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Leis­tung ent­fal­len, spä­tes­tens mit dem Mo­nat des To­des oder mit dem Mo­nat, in dem der/die Leis­tungs­be­rech­tig­te sei­nen/ih­ren Wohn­sitz au­ßer­halb des Gel­tungs­be­reichs des Heim­keh­rer­stif­tungs­ge­set­zes nimmt.


C. Aus­schlie­ßungs­grün­de

Von der För­de­rung nach dem Heim­keh­rer­stif­tungs­ge­setz ist aus­ge­schlos­sen, wer

  • der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen oder ei­ner an­de­ren Ge­walt­herr­schaft er­heb­lich Vor­schub ge­leis­tet hat oder
  • durch sein Ver­hal­ten ge­gen die Grund­sät­ze der Mensch­lich­keit oder Rechts­staat­lich­keit ver­sto­ßen hat oder
  • in schwer­wie­gen­dem Ma­ße sei­ne Stel­lung zum ei­ge­nen Vor­teil oder zum Nach­teil an­de­rer miss­braucht hat oder
  • ei­ne her­aus­ge­ho­be­ne po­li­ti­sche oder be­ruf­li­che Stel­lung in­ne­ge­habt hat, die er nur durch ei­ne be­son­de­re Bin­dung an ein to­ta­li­tär­es Re­gime er­rei­chen konn­te, oder
  • nach dem 8. Mai 1945 we­gen ei­nes Ver­bre­chens rechts­kräf­tig zu ei­ner Frei­heits­s­tra­fe von min­des­tens ei­nem Jahr ver­ur­teilt wor­den ist, das er vor dem 8. Mai 1945 in Aus­übung sei­ner tat­säch­li­chen oder an­ge­maß­ten Be­fehls­be­fug­nis be­gan­gen hat, oder
  • nach dem 8. Mai 1945 we­gen Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen an Mit­ge­fan­ge­nen in aus­län­di­schem Ge­wahr­sam ver­ur­teilt wor­den ist.


D. Ver­fah­ren

Der An­trags­vor­druck ist sorg­fäl­tig aus­zu­fül­len und zu un­ter­schrei­ben. Al­le Fra­gen im An­trags­vor­druck sind gut les­bar und voll­stän­dig zu be­ant­wor­ten. Stri­che gel­ten als Ver­nei­nung. Frei­las­sen ge­nügt nicht.

Die im An­trags­vor­druck an­ge­führ­ten "bei­zu­fü­gen­den Un­ter­la­gen" sind bei­zu­le­gen, mög­lichst in be­glau­big­ter Fo­to­ko­pie.

Kos­ten für die Be­schaf­fung von Un­ter­la­gen kön­nen nicht über­nom­men wer­den. Bei An­ga­be des Ver­wen­dungs­zwecks wer­den Be­glau­bi­gun­gen oder Be­stä­ti­gun­gen von Be­hör­den in der Re­gel ge­büh­ren­frei er­teilt.


E. Hin­wei­se

  • Die land­wirt­schaft­li­che Al­ters­kas­se und sons­ti­ge be­rufs­stän­di­sche Al­ters­ver­sor­gungs­kas­sen fal­len nicht un­ter den Be­griff "ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung" im Sin­ne des Heim­keh­rer­stif­tungs­ge­set­zes. Dort er­brach­te Ver­si­che­rungs­zei­ten kön­nen nicht be­rück­sich­tigt wer­den.
  • Zum Ein­kom­men ge­hö­ren al­le Ein­künf­te (net­to) in Geld oder Gel­des­wert (auch Sach­be­zü­ge wie freie Kost und Woh­nung), wie im An­trags­for­mu­lar auf Sei­te 2 auf­ge­führt.
  • Nicht zum Ein­kom­men ge­hö­ren un­ter an­de­rem:

    • Wohn­geld, So­zi­al­hil­fe, Ar­beits­lo­sen­hil­fe, Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung,
    • die Grund­ren­te nach dem Bun­des­ver­sor­gungs­ge­setz für Be­schä­dig­te und Hin­ter­blie­be­ne,
    • Kin­der­er­zie­hungs­leis­tun­gen, Kin­der­geld.
    • Un­fall­ren­ten für Ver­letz­te wer­den nicht in vol­ler Hö­he an­ge­rech­net. Der Ab­zug rich­tet sich nach dem Grad der Er­werbs­min­de­rung.


F. Kon­takt­da­ten

Post­an­schrift:

Bun­des­ver­wal­tungs­amt

50728 Köln

Deutsch­land


E-Mail­adres­se:

heim­keh­rer@bva.bund.de

Te­le­fon­num­mern:

+49 (0) 228 99-358-5800 oder +49 (0)221-758-5800 (All­ge­mei­ner Aus­kunfts­dienst)

zu un­se­ren Ser­vice­zei­ten Mon­tag bis Don­ners­tag von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr und Frei­tag von 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr