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Gauck: Schulen brauchen Unterstützung

Ausgabejahr 2012
Datum 02.05.2012

Bundespräsident Joachim Gauck fordert Migranten auf, den Lehrerberuf zu ergreifen, um an Schulen besser auf Kinder mit Migrationshintergrund eingehen zu können. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sieht auch in den nach Deutschland zurückkehrenden Auslandslehrern ein ähnliches Erfahrungspotential.  

Langfristig werde in Deutschland die Hälfte der Schüler einen Migrationshintergrund haben, so Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche (Quelle: WELT vom 27.04.2012). "Die Lehrerzimmer sind darauf noch nicht überall vorbereitet." Er forderte daher gezielt Migranten auf, sich für den Lehrerberuf zu entscheiden.

"Daher ist es wichtig, dass Erfahrungen von deutschen Lehrern, die mehrere Jahre an einer Schule im Ausland unterrichtet haben, stärker genutzt werden", so Joachim Lauer, Leiter der ZfA und selbst ehemaliger Auslandslehrer. Die in den innerdeutschen Schuldienst zurückkehrenden Auslandslehrer verfügen über Qualifikationen, die sie in besonderer Weise für das Unterrichten von Kindern mit Migrationshintergrund prädestinieren.

Mehr als 300 Pädagogen vermittelt die ZfA jährlich neu an die 140 Deutschen Auslandsschulen und 870 Sprachdiplomschulen in aller Welt. Die ZfA bereitet sie gezielt auf eine Schülerschaft vor, die insgesamt zu 95 Prozent aus ausländischen Kindern besteht. Gerade Schülern, die nicht über Deutsch als Muttersprache verfügen, helfen Methoden aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache und dem Deutschsprachigen Fachunterricht, die die ZfA in Vorbereitungslehrgängen vor dem Auslandseinsatz vermittelt. "Hier liegen langjährige praktische Erfahrungen vor, die nach Rückkehr der Lehrkraft zumeist nicht genutzt werden", sagt Reinhard Löchelt, Fachbereichsleiter Pädagogisches Personal in der ZfA.

Interkulturelle Erfahrungen für Schulen

Nach oftmals mehr als sechs Jahren Unterrichtserfahrung an Auslandsschulen sind die deutschen Lehrkräfte nicht nur an die besonderen Anforderungen mit nichtmuttersprachlich deutsch sprechenden Schülern gewöhnt, sondern zudem an den inzwischen auch an Schulen in Deutschland immer wichtiger werdenden interkulturellen Kontext.

Ehemalige Auslandslehrer können besser den verschiedenen Unterrichtsphilosophien und unterschiedlichen Erwartungen der Schüler und ihrer Eltern gerecht werden. "Mit der eigenen interkulturellen Erfahrung im Gepäck meistern die rückkehrenden Auslandslehrer auch die oft nicht einfachen Gespräche mit ausländischen Eltern besser", so Löchelt. Zudem können sie als Multiplikatoren innerhalb der Schule wirken und Lehrkräften ohne Auslandserfahrung als Vorbild dienen. Davon ist auch Lauer überzeugt: "Die im Ausland erworbenen speziellen Unterrichtstechniken und Erfahrungen wirken sich positiv auch auf die Schulen und Schüler in Deutschland aus."

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes (BVA) fördert im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder 140 Deutsche Auslandsschulen und 870 Sprachdiplomschulen personell, finanziell und pädagogisch. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.