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"Globales Online Lernen DaF": In Armenien sehr erfolgreich

Datum 22.01.2018

Nach der Fortbildung ist vor der Fortbildung: Zehn Deutschlehrerinnen von DSD-Schulen in Armenien haben im Dezember 2017 den Kurs "DSD I" erfolgreich abgeschlossen, neun von ihnen starten in den kommenden Wochen mit dem Folgekurs "Grundlagen der Unterrichtsentwicklung".














Von März bis Dezember haben die Lehrkräfte im virtuellen Kursraum auf der PASCH-Lernplattform intensiv zusammengearbeitet; an vier Seminartagen sind sie sich in ganz realen Klassenzimmern begegnet, um Inhalte aufzuarbeiten und Neues auszuprobieren. Am 17. Dezember war es dann soweit: Der letzte Seminartag lag hinter ihnen und die Kursteilnehmerinnen erhielten ihre Prüferinnenzertifikate. Jede von ihnen ist nun berechtigt, eine DSD I-Prüfung durchzuführen.

Interesse an der Fortbildungsreihe ungebrochen

In Armenien war dies bereits der zweite Fortbildungsdurchgang. Schon im Jahr 2015 nahmen acht Lehrkräfte an der moodle-basierten Qualifizierungsmaßnahme teil, die nach dem Blended-Learning-Prinzip konzipiert ist: Wesentliche Inhalte wurden von den Teilnehmenden online bearbeitet, wobei sie von einem Tutorenteam unterstützt wurden. Im stetigen Austausch untereinander und mit ihren Tutoren eigneten sich die Lehrkräfte auf diese Weise grundlegende Inhalte des DSD I-Programms an und erwarben neue Kompetenzen.

Abwechslungsreiche virtuelle Lernumgebung

In Foren fand vor allem der Austausch über neue Inhalte statt, in Wikis wurde gemeinsam gearbeitet, Basistexte standen als PDF zum Download bereit und alle konnte in Ruhe zu Hause eine Prüfungssequenz so oft auf Video ansehen, bis sie sich ihrer Bewertung sicher waren. Verschiedene Online-Tests dienten der Überprüfung und Festigung des Gelernten.

Erst drei Monate nach Beginn trafen die Teilnehmenden erstmals alle ganz real zusammen. An zwei Tagen wurde im Deutschfachraum an der 6. Schule in Eriwan gemeinsam das bisher erworbene Wissen wiederholt, praktisch angewendet und die nächste Online-Phase vorbereitet.

Ein anspruchsvolles Programm, das sich durch die lockere Atmosphäre und die vielen verschiedenen Methoden allerdings ausgesprochen vergnüglich gestaltete. Mit „Autogrammjäger“ und „Wimmeln“ erprobten die Teilnehmerinnen zwei Methoden, die sie in den Folgemonaten auch in ihren Lerngruppen einsetzten.













Wie Achim Uschi seine Liebe bewies

Ein besonderes Highlight beim ersten Präsenzseminar war die Präsentation der Flip-Flop- oder Umkehr-Methode durch Holger Schmidt: "Das ist Achim. Und zwischen Achim und Uschi läuft es seit einiger Zeit nicht mehr wirklich rund." Mit diesen Worten führte der aus Sachsen-Anhalt stammende Landesprogrammlehrer in ein ungewöhnliches Szenario ein.

Um die Angebetete von seiner unermesslichen Liebe zu überzeugen, überlegt sich Achim zunächst, womit er bei Uschi in gar keinem Fall Punkte sammeln kann. Und wendet dann seine Überlegungen erfolgreich ins Gegenteil. Eine Methode, die die Teilnehmerinnen im Anschluss mit Begeisterung selber ausprobierten. Aber natürlich ging es dabei dann nicht mehr um Beziehungsfragen, sondern um Kursinhalte.

Rollenspiele auch zur Auflockerung

An den letzten zwei Seminartagen kurz vor Weihnachten waren es vor allem die Rollenspiele, die für Dynamik sorgten: Plötzlich fanden sich gestandene Lehrkräfte in der Rolle von Schülerinnen wieder, die eine DSD-Prüfung ablegen mussten. Und natürlich lief keine Prüfung optimal, dafür sorgten schon die Anweisungen auf den Rollenkarten, die aber den Zuschauern nicht bekannt waren.

Zuvor ließ schon die Plakatgestaltung als Rückblick auf die zweite Online-Phase die Teams zu kreativer Höchstform auflaufen; die besondere Überraschung war, dass anschließend nicht das eigene, sondern ein fremdes Plakat präsentiert werden musste. Die Stimmung war prächtig.

Und wenn sich dann nach dem Mittagessen doch einmal so etwas wie wohl verdiente Schläfrigkeit breit zu machen drohte, halfen Tiger, alte Damen und ein Samurai, das Mittagsloch zu überwinden. Und das mit ziemlich viel Geschrei.













Nach dem Kurs ist vor dem Kurs

Trotz der nicht unerheblichen Arbeitsbelastung war das Echo bei den Teilnehmerinnen überaus positiv. Für den zweiten Teil der DSD-GOLD-Fortbildungsreihe, den Kurs "Grundlagen der Unterrichtsentwicklung", liegen bereits 13 Anmeldungen vor und wie es aussieht, wird Armenien damit das erste Land weltweit sein, das diesen Kurs nach dessen erfolgreicher Pilotierung im Echtlauf durchführen wird. Start: Anfang Februar!

Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern. Die Prüfungssätze werden von der ZfA in Bonn erstellt. Hier findet auch die Auswertung der Ergebnisse statt. Alle Regularien des DSD werden im Zentralen Ausschuss behandelt. Die Sprachdiplomprüfung ist mehr als eine bloße Sprachfeststellungsprüfung. Sie hat darüber hinaus Auswirkungen auf den Deutschunterricht in vielen Ländern und ermöglicht eine weltweite Vergleichbarkeit der Leistungen, weil sie am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientiert ist.