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Zeitkapsel vergraben

Datum 05.01.2018

Am 13. Dezember vergruben Schülerinnen und Schüler von PASCH-Schulen in Polen eine Zeitkapsel im Garten der Deutschen Botschaft Warschau. Darin: Aufzeichnungen von Interviews, in denen sie Personen aus Deutschland und Polen im Rahmen eines Projekts zum deutsch-polnischen Verhältnis befragt hatten.














Alles begann 2016, als Deutschland und Polen das 25. Jubiläumsjahr ihres Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit feierten. Schülerinnen und Schüler von sieben PASCH-Schulen aus Danzig, Koszalin, Lodz, Posen und Warschau befragten 25 bekannte und unbekannte Zeitgenossen zum deutsch-polnischen Verhältnis - vor 25 Jahren, heute und in 25 Jahren. Unter den Interviewten waren der ehemalige Staatspräsident Polens und Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa, der in Polen bekannte deutsche Schauspieler Steffen Möller, der DDR-Bürgerrechtler Wolfgang Templin und viele andere. Die Schülerinnen und Schüler transkribierten die Interviews, übersetzten sie und schickten die Ergebnisse an die Fachberatung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Warschau. Die Beiträge sollten in einer Zeitkapsel für 25 Jahre vergraben werden.

Im Dezember 2017 war es dann soweit: An der Zeremonie nahmen insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler nebst Begleitpersonen, der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen Rolf Nikel, Fried-Hansel Nielsen, Gesandter und Leiter der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft Warschau, Winnie Switakowski, Stellvertretende Leiterin der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft Warschau, weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Botschaft sowie Karl-Martin Everding, Fachberater der ZfA in Warschau teil.

Sind Deutsche und Polen zu guten Nachbarn geworden?

In seiner Ansprache begrüßte Botschafter Nikel die Anwesenden herzlich. Er sprach von einem Schatz, der hier vergraben werde, da die in der Zeitkapsel verwahrten Äußerungen Auskunft über das Wachsen und Gedeihen der deutsch-polnischen Beziehungen in den vergangenen 25 Jahren gäben. Auch die deutsch-polnischen Beziehungen seien ein Schatz, der in den vergangenen 25 Jahren gewachsen sei und den es zu bewahren gelte. Das sei die Aufgabe der kommenden Generationen, also der anwesenden Schülerinnen und Schüler.

ZfA-Fachberater Everding stellte die Frage, ob Deutsche und Polen tatsächlich gute Nachbarn geworden seien und zitierte einige Äußerungen der polnischen Interviewten. Deren Tenor war, dass Deutschland viele positive Zeichen gesetzt habe, zum Beispiel durch die Förderung des Beitritts Polens zur EU und zur NATO. Dennoch sei das Misstrauen gegenüber dem westlichen Nachbarn nach dem Zweiten Weltkrieg in einigen Teilen der polnischen Gesellschaft noch nicht ganz verschwunden. Everding rief die anwesenden Schülerinnen und Schüler dazu auf, das Verhältnis beider Länder weiter zu verbessern.

Dann erhielt Wojtek Szwałek, Schüler des 1. Lyzeums Koszalin, das Wort. Er dankte der ZfA, die durch Vermittlung von Deutschlehrkräften und der Organisation des Deutschen Sprachdiploms (DSD) der Kultusministerkonferenz zu einem realistischen Deutschlandbild beitrage. Gerade das DSD gebe mit der Berechtigung, in Deutschland zu studieren, vielen Absolventinnen und Absolventen die Möglichkeit, dieses Land in allen Facetten kennen zu lernen. Auch dass Deutschlernende der PASCH-Schulen die Möglichkeit haben, Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) zu bekommen, hob er positiv hervor.













Ein gutes Omen für die nächsten 25 Jahre

Dann ging es nach draußen in den Garten der Botschaft. Mit den Worten Everdings "Möge diese Zeitkapsel ein gutes Omen für die nächsten 25 Jahre der deutsch-polnischen Beziehungen bedeuten" wurde sie in eine Grube gelegt und alle Anwesenden hatte die Gelegenheit, mit einem Schäufelchen Erde ihre guten Wünsche mit hineinzulegen.

Nach der Zeremonie setzten sich die Teilnehmenden in einem Workshop mit den deutsch-polnischen Beziehungen innerhalb der EU auseinander. Hierzu wurden in Arbeitsgruppen großformatige Zeichnungen angefertigt. Mit den entstandenen Bildern wird die Botschaft eine Ausstellung organisieren.

Die Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) vernetzt weltweit mehr als 1.800 Schulen, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat. PASCH ist eine Initiative des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), dem Goethe-Institut (GI), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD). Durch PASCH sollen lebendige, langfristige Bindungen zu Deutschland aufgebaut werden. Ziel ist eine internationale weltumspannende Lerngemeinschaft, die Schulen, ihre Lehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler anregt, sich untereinander auszutauschen und in deutscher Sprache zusammenzuarbeiten (siehe auch www.pasch-net.de).