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Deutsches Sprachdiplom für Flüchtlingskinder in Bremerhaven

Datum 25.08.2017

Guter Start in das neue Schuljahr: Am 16. August erhielten zugewanderte und geflüchtete Schülerinnen und Schüler in Bremerhaven ihr Deutsches Sprachdiplom. Gut vorbereitet und motiviert können sie nun am Regelunterricht an Schulen der Seestadt teilnehmen.

Im Rahmen einer Feierstunde hat der Bremerhavener Schul- und Kulturdezernent Michael Frost den jungen Zugewanderten die Zertifikate zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz der Stufe I offiziell überreicht.

"Die Sprachförderung für zugewanderte und geflüchtete Kinder und Jugendliche wird in Bremerhaven mit großem personellem und organisatorischem Aufwand betrieben. In weiterhin mehr als 60 Lerngruppen aller Schulstufen lernen Schülerinnen und Schüler in stufenspezifischen Sprachkursen und Vorbereitungsklassen die deutsche Sprache, um schrittweise in den Regelunterricht integriert werden zu können", heißt es in einer Pressemeldung der Stadt Bremerhaven.

Sprachliche Erstintegration verbessern

Am 16. August erhielten zugewanderte und geflüchtete Schülerinnen und Schüler in Bremerhaven ihr Deutsches Sprachdiplom Deutsches Sprachdiplom für Flüchtlingskinder in BremerhavenQuelle: Scheschonka

Seit 2012 kann das für das Auslandsschulwesen entwickelte Deutsche Sprachdiplom - Erste Stufe - auch im innerdeutschen Schulwesen eingesetzt werden. An den Prüfungen zum DSD I nehmen aus dem Ausland stammende Schülerinnen und Schüler teil, die in eigenständigen beziehungsweise teilintegrierten Lerngruppen auf den (vollständigen) Übergang in die Regelklassen vorbereitet werden.

Mit dem DSD I werden die erworbenen sprachlichen Kompetenzen zertifiziert. "Zugleich dient es aber auch als Instrument der Evaluation und Optimierung des auf diese spezifische Schülerschaft abgestimmten Deutschunterrichts. Es ist damit ein Mittel, um die sprachliche Erstintegration dieser Schülerinnen und Schüler zu verbessern", erklärt Dr. Wassilios Klein von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), die für die Entwicklung der Prüfungen, die Logistik und die Auswertung verantwortlich ist.

In Bremerhaven wurden die DSD-Prüfungen erstmals im Frühjahr 2017 durchgeführt. 21 Lehrkräfte wurden geschult, um die Prüfungen abnehmen zu dürfen, die aus einem schriftlichen Teil (Lesen, Hören, Schreiben) und einem mündlichen Examen (Vortrag und Gespräch) bestehen.

Schuldezernent Michael Frost konnte 50 Schülerinnen und Schülern des ersten Prüfungsdurchgangs ihre erfolgreich erworbenen Sprachzertifikate der Niveaustufen A2 und B1 überreichen. Weitere 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Urkunden für bereits bestandene Teilleistungen der Prüfungen. Zu der Feierstunde waren auch Lehrkräfte sowie die Eltern und Angehörige der Schülerinnen und Schüler, die unter anderem aus Syrien, Bulgarien, Afghanistan, Polen und Mazedonien stammen, eingeladen.

Wichtig für die Motivation

Frost betonte: "Mit der Einführung der Prüfungen zum DSD setzen wir ein qualitatives Verfahren zur Beurteilung der Sprachentwicklung um, das für die Lernstandserhebung ebenso wichtig ist wie für die Motivation der Schülerinnen und Schüler. Der hohe Anteil der bereits im ersten Anlauf bestandenen Prüfungen bestätigt zudem den Erfolg der qualifizierten Sprachförderung an den Schulen." Das DSD I kann derzeit in zehn Bundesländern abgelegt werden.