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Rückendeckung von der Politik

Datum 13.06.2017

Wie lässt sich die Lehrerbildung internationaler gestalten? Wie positionieren sich die Parteien im Vorfeld der Bundestagswahl zum Auslandsschulwesen? Diese Fragen wurden beim Symposium des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen (WDA) diskutiert.

"Potenziale nutzen - Karrieren fördern" - so lautete das Motto des diesjährigen WDA-Symposiums. Der Verband, der die gemeinnützigen Träger 117 Deutscher Auslandsschulen vertritt, hatte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft am 2. Juni nach Berlin eingeladen, um mit Vorstandsmitgliedern und Schulleitungen zu diskutieren. Ein zentrales Thema war die Internationalisierung der Lehrerbildung. Über ein Vorreiterprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt berichtete Andreas Hänssig von der dortigen International Teacher Education - Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung. Die Akademie berät angehende Lehrkräfte vom ersten Semester an bei der Karriereplanung. In Kooperation mit der German European School Singapore und der Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule Hongkong vermittelt sie gezielt Praxissemester im Ausland. "Wir versuchen, gerade die jungen Leute an Deutsche Auslandsschulen zu kriegen, die noch nie im Ausland waren", erklärte Hänssig.

Lehrkräfte mit Auslandserfahrung als Integrationshelfer

Joachim Lauer, Leiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen betonte auf dem Podium die positiven Effekte von Auslandserfahrungen auf das Inland. Viele ehemalige Auslandslehrkräfte erfüllten wichtige Aufgaben bei der Integration zugewanderter Kinder und Jugendlicher. In sogenannten Willkommensklassen bereiten sie junge Deutschlernende in zehn Bundesländern auf die Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (KMK) vor. Sascha Hartung von der KMK bekräftigte, dass die Länder an einer internationalen Lehrerbildung interessiert seien. "Es geht um Kompetenzen, die man im Studium im Inland nicht erwerben kann", unterstrich Dr. Thomas Feist (CDU), Mitglied im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (UA AKBP). Zugleich warnten Vertreterinnen und Vertreter der Auslandsschulen davor, diese mit Zusatzbelastungen zu überfordern.

Fürsprecher in allen politischen Lagern

Bei einer Podiumsdiskussion zur Perspektive der Auslandsschulen vor der Bundestagswahl zeigte sich großes Einvernehmen in den politischen Lagern. "Wir sind uns über die Parteigrenzen hinweg einig: Die Deutschen Auslandsschulen sind wichtig", sagte Michael Leutert (Die Linke), Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag. Für Ulla Schmidt (SPD), Vizepräsidentin des Bundestags und Mitglied im UA AKBP, lautet das Ziel "die Anerkennung des Auslandsschulwesens als ein Part des gesamten deutschen Schulwesens". Schmidt betonte das Engagement des neuen Außenministers Sigmar Gabriel, der bereits nach kurzer Zeit im Amt den Unterausschuss besuchte. Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen), stellvertretendes Mitglied im UA AKBP, plädierte dafür, die Auslandsschulen stärker als Orte der Völkerverständigung zu würdigen.

Duale Ausbildung: "Luft nach oben"

Welchen Beitrag leisten die Auslandsschulen zu einer qualifizierten Fachkräftemigration nach Deutschland? Zu dieser Frage stellte der WDA eine Studie in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung vor. Der Vorwurf eines "Brain Drain" in den Herkunftsländern treffe nicht zu, resümierte Prof. Dr. Matthias Weiter von der Humboldt-Universität zu Berlin, der die Studie wissenschaftlich begleitete. Gleichwohl seien die Deutschen Schulen im Ausland aus Sicht der deutschen Wirtschaft ein "nicht zu unterschätzender Standortfaktor", sagte Dr. Barbara Dorn von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Sie wünschte sich einen höheren Stellenwert der beruflichen Bildung an den Schulen.

Auch Barbara Fabian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag befand, bei der dualen Ausbildung gebe es "noch Luft nach oben". Dass es im Auslandsschulwesen neben beruflichen Chancen auch um Wertebildung geht, verdeutlichte Dr. Thomas Drescher, Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg und Vertreter der Kultusministerkonferenz. So schätzten die Eltern von Schülerinnen und Schülern an Deutschen Auslandsschulen "die Ausbildung zur Urteilsfähigkeit, zur Verantwortungsbereitschaft sowie die Erziehung zum mündigen Bürger."