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Inklusion und Berufsorientierung: Auswärtiges Amt zeichnet Auslandsschulen aus

Datum 02.06.2017

Acht Deutsche Auslandsschulen erhielten am 1. Juni in Berlin Preise des Auswärtigen Amts für ihr Engagement in Inklusion und Beruflicher Bildung.













Die Auszeichnungen wurden von Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, und Walter Lindner, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, überreicht. Der Präsident des Bundesverwaltungsamtes, Christoph Verenkotte, freute sich besonders neben Vertreterinnen und Vertretern der Preisträgerschulen auch zahlreiche Vorstandsmitglieder der Schulvereine der Deutschen Auslandsschulen begrüßen zu können. Er dankte ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement und erklärte: "Sie sind als Träger der Auslandsschulen zentrale Pfeiler der Auslandsschularbeit."

Ulrike Brandt-Bohne, Alumna der Deutschen Schulen in La Paz, Quito und Barcelona, moderierte den Abend bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in den Reinhardtstraßenhöfen. Musikalisch begleitet wurde die Preisverleihung vom Violinisten Guillermo Santonja di Fonzo, Alumnus der Deutschen Schule Madrid und Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, sowie dem iranischen Gitarristen Milad Darvish Ghane.

Violinist Guillermo Santonja di Fonzo, Alumnus der Deutschen Schule Madrid und Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, und der iranische Gitarrist Milad Darvish Ghane begleiteten den Abend musikalisch Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: Johanna Böttges

Staatssekretär Walter Lindner betonte in seinem Grußwort, wie wichtig die Verbindung zwischen Berufstätigkeit und Schule sei. Deren Bedeutung haben die Träger des Preises "Beruf macht Schule – Exzellenzpreis Berufsorientierung in der Deutschen Auslandsschularbeit" erkannt. Lindner ist überzeugt: "Eine Auslandsschule wird umso attraktiver, je mehr sie dafür sorgt, dass gute Berufschancen entstehen."

Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt, die zugleich Schirmherrin des Wettbewerbs "Gemeinsam lernen und leben – Inklusion an Deutschen Auslandsschulen" ist, unterstrich die Wichtigkeit der Inklusion auch an den Auslandsschulen: "Wir möchten, dass jedes Kind die Chance bekommt, das Beste aus seinem Leben zu machen." Sie setzt auf die multiplikatorische Wirkung des Preises: "Alles, was hier an neuen Angeboten vorgestellt wird, kann auch an anderen Schulen umgesetzt werden." Schmidt schätzt die Deutschen Schulen im Ausland zudem ganz allgemein als Botschafter für Werte wie Gleichheit, Freiheit und Offenheit. "Die Deutschen Auslandsschulen sind für uns ein ganz wichtiges Stück Deutschland."

BVA-Präsident Christoph Verenkotte, Walter Lindner, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, und Joachim Lauer, Leiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: ZfA / Dirk Enters

Den 1. Preis im Inklusionswettbewerb belegte die Deutsche Schule Barcelona. Laut Jury lebt die Schulgemeinschaft "die in ihrem Leitbild verankerten Werte Begegnung, Gerechtigkeit, Vielfalt, gegenseitigen Respekt und Offenheit. Das gilt für die Förderung von Hochbegabten ebenso wie für die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedarfen und solchen, die sozial benachteiligt sind." Vor allem beeindruckten die Jury "die Systematik und die Konsequenz, mit der die Schule die Lernvoraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler erfasst, hieraus individuell zugeschnittene Förderpläne ableitet und die jungen Menschen bei deren Umsetzung professionell unterstützt."

Die Auslandsberufsschule FEDA Madrid erhielt den 1. Preis im Wettbewerb "Beruf macht Schule". Die FEDA demonstriert für die Jury vorbildlich, wie "umfangreich und systematisch verankert ein Netzwerk zwischen Wirtschaft und Schule angelegt sein kann." Durch enge Kooperation mit den Ausbildungsunternehmen "konnte ein Projekt implementiert werden, welches sowohl den Bedürfnissen der Jugendlichen Rechnung trägt als auch die Belange der Wirtschaft nach qualifizierten, motivierten Mitarbeitern berücksichtigt", so das Urteil der Jury.

Die Preise "Gemeinsam lernen und leben" sowie "Beruf macht Schule" werden seit 2015 ausgelobt. Der Berufswettbewerb fand dieses Jahr zum zweiten, der Inklusionswettbewerb zum dritten Mal statt. Ziel ist es, innovative Projekte zu fördern und gute Beispiele bekannt zu machen. Daneben heben die Wettbewerbe die Bedeutung der Deutschen Schulen im Ausland hervor: Sie tragen dazu bei, für das Gastland ebenso wie für Deutschland die Fachkräfte von morgen zu qualifizieren. Darüber hinaus unterstützen sie die Verbreitung des inklusiven Ansatzes in den Gastländern.

DIE VIER PREISTRÄGER DES WETTBEWERBS "GEMEINSAM LERNEN UND LEBEN – INKLUSION AN DEUTSCHEN AUSLANDSSCHULEN"

Der erste Preis im Inklusionswettbewerb ging an die Deutsche Schule Barcelona Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: ZfA / Dirk Enters

1. Preis (dotiert mit 10.000 Euro)

Schule: Deutsche Schule Barcelona, Spanien

Die Deutsche Schule Barcelona lebt die in ihrem Leitbild verankerten Werte Begegnung, Gerechtigkeit, Vielfalt, gegenseitiger Respekt und Offenheit. Das gilt für die Förderung von Hochbegabten ebenso wie für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfen und solchen, die sozial benachteiligt sind. Mit Systematik und Konsequenz werden die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler erfasst und individuell zugeschnittene Förderpläne entwickelt.
Ein Leitfaden für inklusives Arbeiten wurde von Lehrern, Eltern und Schülern gemeinsam erarbeitetet. Der Schulvorstand vergibt Stipendien an Seiteneinsteiger aus einkommensschwachen Familien.
Die Erziehung zur gegenseitigen Wertschätzung und Unterstützung beginnt im Kindergarten und mündet in der Sekundarstufe in die gezielte Förderung von Sozialkompetenzen durch Mobbingpräventions- und Mediationsprogramme sowie verbindliche Sozialpraktika. Durch ein Begegnungscafé für Schulgemeinde und Nachbarschaft und die Zusammenarbeit mit wohltätigen außerschulischen Einrichtungen öffnet sich die Deutsche Schule Barcelona zusätzlich nach außen.

Ein zweiter Platz im Inklusionswettbewerb ging an die Deutsche Höhere Privatschule Windhoek Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: Johanna Böttges

2. Preis (2x vergeben, dotiert mit je 5.000 Euro)

Schule: Deutsche Höhere Privatschule Windhoek, Namibia

Die Deutsche Höhere Privatschule (DHPS) Windhoek versteht die Einzigartigkeit des Einzelnen und die Diversität in der Schulgemeinschaft als Bereicherung und fördert beides auf vielfältige Weise. Das Miteinander der zahlreichen ethnischen und sprachlichen Gruppen wird gezielt thematisiert. Durch "pädagogische Lerngemeinschaften" wird die Binnendifferenzierung weiterentwickelt und die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedarfen verbessert. In dem schuleigenen Förderzentrum arbeiten ausgebildete Fachkräfte mit den Lernenden auch außerhalb des Unterrichts. Das Bewusstsein für Teilhabe und Inklusion wird auch in die namibische Gesellschaft hinein getragen. Mehrere Klassen unterstützten zum Beispiel mit einer Fundraising-Kampagne die namibischen Teilnehmer der Paralympics. Das Schulgebäude wurde für Trainingszwecke zur Verfügung gestellt. Schülerinnen und Schüler der DHPS Windhoek sind zudem Teil eines Teams von Sportlern mit und ohne geistige Behinderung bei den "Special Olympics Weltwinterspielen".

Ein weiterer zweiter Preis im Inklusionswettbewerb ging an die Deutsche Schule Managua Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: ZfA / Dirk Enters

Schule: Deutsche Schule Managua, Nicaragua

Die Deutsche Schule Managua ermöglicht durch ihre inklusive Arbeit die Teilhabe von Jugendlichen, die sonst von der schulischen Bildung ausgeschlossen wären. Mit einem Kurzfilm über erfolgreiche Maßnahmen wird auch in anderen Schulen für Inklusion geworben. Nach dem eigens entwickelten "Panee"-Konzept kümmern sich Eltern, externe Therapeuten, Vertreter der Schulleitung und Fachlehrer gezielt um Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Eine festgeschriebene Kommunikationsstruktur zwischen allen Einzelfall-Beteiligten, sorgt für eine effektive Begleitung. Besonders beeindruckend in der inklusiven Arbeit der Schule ist die intensive Auseinandersetzung mit der sozio-kulturellen Umgebung in Nicaragua. Dies betrifft die Fortbildungen der Lehrkräfte, die Zusammenarbeit mit externen Therapeuten aber auch die Bereitstellung eines Begegnungsraumes, in dem unterschiedliche Wertvorstellungen thematisiert werden. Ein Stipendienprogramm ermöglicht sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern einen Seiteneinstieg in die Deutschen Schule Managua und damit den Zugang zu deutschen Abschlüssen.

Mit einem Sonderpreis im Inklusionswettbewerb wurde die Deutschsprachige Schule Bangkok ausgezeichnet Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: Johanna Böttges

Sonderpreis (dotiert mit 1.000 Euro)

Schule: Ruamrudee International School Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok, Thailand

Die relativ kleine "Deutschsprachige Schule Bangkok" versteht sich als Lernfamilie und macht die Inklusion zu ihrem "Familienthema". Regelmäßige Fortbildungen und ein strukturierter Informationsaustausch motivieren die Kolleginnen und Kollegen auch abseits der üblichen Wege nach Lösungen zu suchen. Beeindruckend ist die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlich-kulturellen Bedingungen in Thailand. In der Primarstufe werden beispielsweise benachteiligte Jugendliche in Slums besucht. Aus diesen Kontakten haben sich zahlreiche Projekte entwickelt, in denen die Schülerinnen und Schüler durch verschiedene Aktionen auch finanziell Unterstützung leisten.

DIE VIER PREISTRÄGER DES WETTBEWERBS "BERUF MACHT SCHULE – EXZELLENZPREIS BERUFSORIENTIERUNG IN DER DEUTSCHEN AUSLANDSSCHULARBEIT"

Über den ersten Preis im Wettbewerb "Beruf macht Schule" freute sich die FEDA Madrid – German Business School Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: ZfA / Dirk Enters

1. Preis (dotiert mit 10.000 Euro)

Schule: FEDA Madrid – German Business School

Wie umfangreich und systematisch verankert ein Netzwerk zwischen Wirtschaft und Schule angelegt sein kann, zeigt sich in herausragender Weise an der FEDA Madrid. Spanischen Jugendlichen, die sonst keinen Zugang zu bilingualer Qualifizierung haben, wird eine duale Ausbildung mit Deutschanteil geboten, welche speziell auf das spanische Schulsystem abgestimmt ist und mit einer nationalen Anerkennung abschließt. Durch Gründung neuer Berufsschulzweigstellen erhalten auch Jugendliche außerhalb der spanischen Hauptstadt Zugang zu diesem außergewöhnlichen Projekt. Nach Abschluss der zweijährigen Verkäuferausbildung besteht die Möglichkeit, durch ein weiteres Ausbildungsjahr den Abschluss als Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel zu erwerben oder ein Duales Studium anzuschließen.

Der zweite Preis im Wettbewerb "Beruf macht Schule" ging an das Fremdsprachengymnasium "Exarch Iossiv I" in Lovech, Bulgarien - eine DSD-Schule Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: Johanna Böttges

2. Preis (dotiert mit 5.000 Euro)

Schule: DSD Profiliertes Fremdsprachengymnasium "Exarch Iossiv I" in Lovech, Bulgarien

Projekt: Schulpartnerschaft des "Exarch Iossiv I" mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Das Fremdsprachengymnasium "Exarch Iossiv I" in Lovech, Bulgarien ist das älteste Fremdsprachengymnasium in Bulgarien. Den Preis erhält die Schule für die Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach, welche in Zusammenarbeit mit über 1000 Partnerunternehmen - darunter Audi, Lidl, Aldi oder Würth - 22 wirtschaftliche und technische Studienrichtungen anbietet. Die Kooperation der Dualen Hochschule mit dem Gymnasium in Lovech beinhaltet eine gezielte Vorbereitung und Information von 20 ausgewählten Schülerinnen und Schülern in einem zweiwöchigen Bewerberseminar in Mosbach. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler optimal auf eine Bewerbung für einen Studienplatz vorbereitet werden, was bei den ersten DSD-Absolventen bereits erfolgreich gelungen ist.

Über den dritten Preis im Wettbewerb "Beruf macht Schule" freute sich das Colegio Humboldt in Sao Paulo, Brasilien Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: Johanna Böttges

3. Preis (dotiert mit 2.500 Euro)

Schule: Colegio Humboldt in Sao Paulo, Brasilien

Projekt: Ein ganzheitliches Konzept zur Vernetzung von Schule und Wirtschaft

"Die Schüler möglichst früh abholen, für eine Ausbildung und Beruf begeistern und nie mehr aus den Augen verlieren!" - unter diesen Leitsatz stellt das Colegio Humboldt in Sao Paulo seine berufliche Bildung. Mit einem breit angelegten Paket an Maßnahmen werden seit 2014 die Schülerinnen und Schüler bereits frühzeitig für die Berufsschule gewonnen, während der Ausbildung intensiv betreut und im Anschluss über gezielte Alumni-Angebote begleitet. So finden bereits in der Schulzeit Berufsmessen und Berufspraktika statt und während der Ausbildung ein Austauschprogramm mit der Berufsschule Bonn-Duisburg, das auch Hochschulbesuche und Praktika mit einschließt. Die Maßnahmen wirken: Die Zahl der Bewerber stieg von ehemals 48 auf inzwischen 82 Bewerber.

Der Sonderpreis im Wettbewerb "Beruf macht Schule" ging an die Deutsche Schule Barcelona und die Deutsche Schule Madrid Wettbewerbe des Auswärtigen Amts 2017Quelle: ZfA / Dirk Enters

Sonderpreis (dotiert mit je 1.000 Euro pro Schule)

Schulen: Deutsche Schule Barcelona und Deutsche Schule Madrid

Projekt: Gemeinsame Bildungsmesse

Die Deutschen Schulen Barcelona und Madrid haben ihre Bildungsmessen zusammengelegt mit dem Ziel, die Attraktivität des Berufs- und Studienstandortes Deutschland zu steigern, die Übergangsquote der Schülerinnen und Schüler nach Deutschland zu erhöhen und umfassend über entsprechende Angebote in Spanien zu informieren.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts 140 Deutschen Auslandsschulen weltweit. Auf der Grundlage des Auslandsschulgesetzes nimmt die ZfA die Schulaufsicht wahr, berät und fördert die Schulen personell, finanziell sowie pädagogisch und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Die Deutschen Auslandsschulen sind Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs. Sie legen Wert auf die Mehrsprachigkeit und individuelle Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler, die sowohl deutsche als auch internationale und einheimische Schulabschlüsse erwerben können.