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Austausch auf allen Ebenen

Datum 02.06.2017

Schulleitung, Vorstand und Verwaltung: Beim zweiten Austauschforum der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Berlin kamen am 31. Mai Vertreter aus verschiedenen Gremien Deutscher Auslandsschulen zusammen.













Ob Medellín, Brüssel oder Peking: Alltag und Erfahrungen an Deutschen Auslandsschulen können sehr unterschiedlich sein. Eine stärkere Vernetzung soll ihr gemeinsames Ziel – eine gute Unterrichtsqualität – fördern. Mit dem jährlichen Austauschforum gibt es seit 2016 ein Treffen, bei dem die wichtigsten Beteiligten zusammenkommen. Neben je drei Angehörigen des Direktorenbeirats, des Verwaltungsleiterbeirats und der Schulvorstände nahmen Vertreterinnen und Vertreter der ZfA, des Auswärtigen Amts, der Länder sowie der Lehrerverbände am zweiten Austauschforum am ZfA-Standort in Berlin teil.

Im Rahmen des Auslandsschulqualitätsmanagements (AQM) wird die Netzwerkarbeit im Auslandsschulwesen systematisch weiterentwickelt. Neben den Regionalen Netzwerktagungen (RNT), die ebenfalls seit 2016 unter Beteiligung von Vorständen, Verwaltungen und Schulleitungen durchgeführt wurden, bildet das Austauschforum einen weiteren wichtigen Baustein. Es setzt die regionale Vernetzung auf globaler Ebene fort. Beim diesjährigen Forum zogen die Anwesenden, die aus unterschiedlichen Regionen stammen, ein überwiegend positives Fazit der RNT. Ein ähnliches Bild ergab deren offizielle Evaluation, die Reiner Ries, Leiter des Fachbereichs Pädagogisches Qualitätsmanagement und Fortbildung der ZfA, vorstellte. Es sei ein sehr guter Start gelungen, fasste ZfA-Leiter Joachim Lauer zusammen.

Gemeinsame Herausforderungen meistern

Die Personalsituation an einigen Schulen bereitet indes manche Teilnehmerinnen und Teilnehmern Sorgen. Insbesondere Schulleitungsstellen seien oft schwer zu besetzen. Zusätzlich zu den bereits erfolgten finanziellen Verbesserungen für vermittelte Lehrkräfte müssten weitere Unterstützungsangebote geschaffen werden, um die Attraktivität der Auslandsschulen als Arbeitgeber zu verbessern, waren sich die Beteiligten einig. Durch engere Absprachen zwischen Schulleitungen und Vorständen können zudem Konflikte vermieden werden – ein Thema, das Almut Hennings, Leiterin der Deutschen Botschaftsschule Peking, besonders am Herzen liegt. Sie schätzt den offenen Austausch im Forum. Er helfe, "die andere Seite besser zu verstehen und manches Missverständnis auszuräumen." Andreas Beckmann vom Vorstand der internationalen Deutschen Schule Brüssel sieht das Forum als Möglichkeit, auch einmal kritisch nachzufragen und Details zu diskutieren.

Erfahrung nutzen, Lösungen finden

Um die Deutschen Auslandsschulen im Wettbewerb um junge Deutschlernende ebenfalls wettbewerbsfähiger zu machen, plädierte Dorothee Bauni vom Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (BLASchA) dafür, die Alleinstellungsmerkmale der Schulen stärker herauszuarbeiten. Zudem gab es positive Entwicklungen zu vermelden. So teilte das Auswärtige Amt mit, dass die Inklusionspauschale für Deutsche Schulen im Ausland erhöht wird. Auch andere Finanz- und Verwaltungsthemen wie der Versorgungszuschlag für Lehrkräfte oder die Freistellungspraxis der Bundesländer kamen zur Sprache. Verwaltungsleiter Edward K. Schlieben von der German International School New York begrüßt es, dass kaufmännische Aspekte inzwischen durch die Teilnahme von Verwaltungsmitgliedern gewürdigt werden. Er schätzt den konstruktiven Austausch über alle Ebenen hinweg: "Vor zehn Jahren wäre das unvorstellbar gewesen."

Der hohe Bedarf an Vernetzung und Kommunikation wurde im Verlauf der eintägigen Veranstaltung immer wieder deutlich. "Es ist ganz viel Erfahrung da", unterstrich Oliver Schramm, Leiter des Auslandsschulreferats des AA. Diese zu teilen und zu nutzen, bringe das gesamte Auslandsschulwesen voran. Das Referat beschäftigt unter anderem das Thema Sicherheit an Deutschen Auslandsschulen. Zu diesem wie auch anderen Anliegen tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zu denen auch Vertreter der Lehrerverbände gehörten, Best Practices aus und diskutierten Lösungsvorschläge.