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Deutsche Schule San Sebastián – Zusammenleben fördern

Datum 30.01.2015

Beim Wettbewerb "DAS – Gemeinsam lernen und leben – Inklusion an Deutschen Auslandsschulen" des Auswärtigen Amts gehörte die Deutsche Schule San Sebastián "San Alberto Magno" zu den zehn Besten.

Alle Schülerinnen und Schüler zu selbstständigen Menschen erziehen, die für ihr Leben Verantwortung übernehmen, das ist Ziel der Deutschen Schule im spanischen San Sebastián (DS San Sebastián). Im Fall von Marta beinhaltete dies individuelle und sonderpädagogische Förderung. Die ehemalige Schülerin ist aufgrund einer genetischen Abweichung und einem damit einhergehenden Herzfehler körperlich und geistig beeinträchtigt.

Verantwortung übernehmen

Ihre gesamte Schulzeit konnte Marta dennoch in einer Regelklasse absolvieren. Lehrer, Sonderpädagogen und Eltern arbeiteten Hand in Hand, um sie ihrem Leistungsstand entsprechend zu fördern. Von externen Fachkräften wurde die Schülerin logopädisch und physiotherapeutisch betreut. Durch ein ganzheitliches Inklusionskonzept war Marta Teil der Klassengemeinschaft. Regelmäßig nahm sie an Gruppenaktivitäten wie einem Fotografie-Wettbewerb, einem Erste-Hilfe-Kurs oder Sportfesten teil – selbst nach Deutschland reiste das Mädchen im Rahmen eines Schüleraustauschs.

Nach Abschluss der 10. Klasse kann Marta ihr Leben heute selbst in die Hand nehmen und absolviert eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. Sie lernt, Wäsche zu waschen, zu kochen sowie Betten zu machen und wird in ihrem Beruf zukünftig Verantwortung für andere Menschen übernehmen.

Schüler im Erste Hilfe Kurs beim Anlegen eines Verbandes Quelle: DS San Sebastián

Eintracht der Schulgemeinschaft

Die DS San Sebastián integriert seit über zehn Jahren Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Besonderheiten in den Schulalltag. Sie schafft so "Bindungen im Bereich des Zusammenlebens, der Toleranz, der Gewaltfreiheit, des Respekts und der Eintracht in der gesamten Schulgemeinschaft", erklärt Rektorin Doris Trettin. Derzeit besuchen Kinder und Jugendliche mit geistigen Entwicklungsstörungen, motorischen Beeinträchtigungen, Persönlichkeitsstörungen und sonstigen Förderbedarfen die Schule.

Neben barrierefreien Räumlichkeiten, setzt die Schule auf den Austausch mit Eltern und fachliches Wissen von Experten. Reguläre Lehrkräfte bilden sich regelmäßig methodisch weiter, um den sonderpädagogischen Anforderungen gerecht zu werden. Von der Inklusion profitieren derweil nicht nur die Förderschülerinnen und –schüler: Jugendliche ohne Beeinträchtigung lernen, von der Norm abweichendes Verhalten zu respektieren und damit wie selbstverständlich umzugehen. Viele von ihnen wollen nach ihrer Schulzeit einen sozialen Beruf ergreifen, berichtet die Schule.