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Deutsche Schule Santa Cruz: Voneinander lernen

Datum 02.02.2015

Beim Wettbewerb "DAS – Gemeinsam lernen und leben – Inklusion an Deutschen Auslandsschulen" des Auswärtigen Amts gehörte die Deutsche Schule Santa Cruz zu den besten zehn Teilnehmern.

Einen inklusiven Schulalltag zu bieten, in dem alle voneinander lernen, ist Anliegen der Schule im Osten Boliviens. Schülerinnen und Schüler mit körperlicher Beeinträchtigung, Legasthenie, Rechenschwäche oder ADHS nimmt die Schule bereits seit geraumer Zeit auf. Für die sechsjährige Sabrina muss jedoch ein neues Konzept entwickelt werden, das ihren individuellen Belangen entspricht. Aufgrund zahlreicher Operationen an Hüfte und Kopf sowie mehrmaliger Hirnhautentzündung ist das Mädchen sowohl in ihrer geistigen Entwicklung als auch körperlich eingeschränkt.

Vor drei Jahren wird das Mädchen in den deutschen Kindergarten eingegliedert, worauf die Schule bestmöglich vorbereitet ist: Sabrina besucht eine Gruppe, deren Erzieherin inklusiv geschult ist und wird grob- und feinmotorisch, sprachlich und sozial gefördert. Externe Fachkräfte für Logopädie, Verhaltenstherapie und motorische Psychologie unterstützen das Mädchen zusätzlich. In vielen kleinen Etappen erkämpft sich Sabrina einen weitestgehend normalen Schulalltag. Ihre schwere Vergangenheit sehe man der Sechsjährigen heute nicht mehr an, sagt Schulleiter Frank Weigand, sie zeige "einen unendlich großen Willen und unendlich viel Energie".

Weder Sonderbehandlung noch Diskriminierung

Die neuen barrierefreien Zugänge der DS Santa CruzQuelle: DS Santa Cruz

Auf sie abgestimmte Lernpläne und eine Integrationspädagogin helfen Sabrina, ihren Fähigkeiten entsprechend am Geschehen ihrer Kindergartengruppe teilzunehmen. Weigand beobachtet, dass sie mittlerweile ein natürlicher Bestandteil der Gemeinschaft ist und "weder übertriebene Sonderbehandlung noch Diskriminierung erfährt".

Bald wird sie in die erste Klasse der Grundschule gehen. Viele ihrer Freunde aus dem Kindergarten werden sie dabei begleiten. In eine neue Gruppe muss sich das Mädchen deshalb nicht integrieren. Dennoch bleibt der Übergang in die Schule für alle Beteiligten ein großer Schritt. Lehrer und Sonderpädagogen werden Leistungsanforderungen anpassen und Förderunterricht anbieten. Sabrina soll so unterstützt werden, dass sie gemäß ihren Möglichkeiten größtmögliche Unabhängigkeit erhält.

Für die Deutsche Schule Santa Cruz ist Inklusion ein Prozess, der förderbedürftige Schülerinnen und Schüler wie Sabrina, Lehrer, Eltern und Therapeuten gleichermaßen herausfordert. Die Schule selbst wird dabei automatisch "zur lernenden und nicht nur lehrenden Einheit", versichert Weigand.