Herzlich Willkommen auf der Homepage des Bundesverwaltungsamtes

Deutsche Schule Prag: Exkursion in die Zukunft

Datum 18.03.2015

Noch im Dunkeln starteten im Februar siebzehn Jungen und ein Mädchen der Oberstufe der Deutschen Schule (DS) Prag zu einer Tagesexkursion in Sachen Ausbildung und Studium. Ihr Ziel: die Firma Siemens am Standort Chemnitz.

In Chemnitz angekommen erläuterten Uwe Möbius, Leiter des Standortes Chemnitz, und Klaus Wolf Ausbildungsmöglichkeiten und das Duale Studium bei der Firma Siemens. Ein duales Studium verbindet theoretische Studieninhalte mit praktischer Qualifizierung in einem Unternehmen. Bei ausbildungsintegrierenden dualen Studiengängen erwerben die jungen Menschen dabei sowohl einen akademischen Abschluss als auch einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf. "Insgesamt bietet Siemens über den Ausbildungsberuf bis hin zur Promotion vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung an, und natürlich auch die Übernahme in den Konzern", berichtet Alf Zeisner, Koordinator der Exkursion der DS Prag.

Große Chancenvielfalt für Mädchen

Schülerinnen und Schüler der DS Prag bestaunen Simulation von logistischen ProzessenQuelle: DS Prag

Besonders betont wurde seitens der Siemensvertreter auch die große Chancenvielfalt für Mädchen, wenn sie sich für einen technischen Beruf entscheiden: "Klar ist, dass Mädchen locker die Ausbildung oder das Studium schaffen können. Klar ist, dass Mädchen viele sehr gute Kompetenzen in Teams einbringen können. Klar ist, dass insbesondere die Kreativität der Mädchen sehr wohl gesehen und gebraucht wird", hieß es.

Beim anschließenden Rundgang im Ausbildungszentrum erklärte ein Auszubildender im dritten Lehrjahr seine Aufgaben und seine bisherigen Ergebnisse. Dieser Rundgang beeindruckte die Schülergruppe dadurch, dass man die modernen Maschinen, Geräte und Computer sehen konnte, an denen die jungen Leute ausgebildet werden. Später erhielten die Besucher aus Prag noch Informationen über das online-Bewerbungsverfahren bei Siemens.

Spannend: Elektronenmikroskop und Roboter

Dann ging die Fahrt weiter zur Hochschule Mittweida, wo der Dekan der Fakultät Maschinenbau, Prof. Dr. Uwe Mahn, die Gäste begrüßte. Er gab einen Überblick über die Studienmöglichkeiten und Anforderungen der Hochschule Mittweida.

Danach lernten die Schüler vier konkrete Ausbildungsbereiche der Hochschule kennen. Ihnen wurde die Arbeit am Elektronenrastermikroskop vorgestellt, Einblicke in Robotersysteme ermöglicht, die Arbeit an einer CNC-Maschine demonstriert und es wurde die CAD-Konstruktion erläutert. "Ich persönlich fand die Besichtigung der Hochschule Mittweida sehr spannend. Hauptsächlich die Vorführung des Elektronenrastermikroskops. Insgesamt bewerte ich die Fahrt positiv", schildert einer der Teilnehmer anschließend.

Studien- und Berufsorientierung

Demonstration des ElektronenrastermikroskopesQuelle: DS Prag

Auch die einzige Schülerin zieht eine positive Bilanz: "Als einziges Mädchen der Gruppe wurde ich öfters angesprochen und bestimmte Themen, die angesprochen wurden, waren an mich gerichtet und welche Vorteile ich hätte. Hier habe ich wahrnehmen können, dass sich dieser technische Bereich nach mehr weiblichen Arbeitskräften sehnt und dass es unsere Gastgeber gefreut hat, dass sich ebenfalls ein Mädchen interessiert. Dies war einer der Gründe, weshalb ich mich im Siemens Werk und der Hochschule wohlgefühlt habe. Bei der Hochschule wurden wir dann in kleinere Gruppen eingeteilt und wurden in vier unterschiedliche Forschungsbereiche geführt, wo viele von uns zum ersten Mal bestimmte Maschinen gesehen haben, wie z.B. das Elektronenrastermikroskop."

Diese Exkursion ist Teil der Berufs- und Studienorientierung der Deutschen Schule Prag. Koordinator Sebastian Uffmann betreut und organisiert die Aktivitäten der DS Prag auf diesem Gebiet. Zu regelmäßig stattfindenden Aktivitäten zählen ein Berufspraktikum in der 10. Jahrgangsstufe, eine Bildungsmesse und individuelle Beratungen für die Schülerinnen und Schüler. Das Berufspraktikum umfasst eine Woche, in der die Schülerinnen und Schüler in einer Firma als Praktikanten erste Berufserfahrungen sammeln. Im Rahmen der Bildungsmesse stellen sich im Haus der DS Prag Institute, Hochschulen und Firmen vor und zeigen mögliche Ausbildungs-, Studien- sowie Berufsperspektiven auf. Für die individuelle Beratung kommen kompetente Berufsberater in die Schule, um vor Ort konkrete Beratungen durchzuführen.

Nach langer Fahrt trafen alle wieder im Dunklen in Prag ein. Alf Zeisner resümiert: "Was bleibt? Die Hoffnung auf gute Entscheidungen. Die Wahl von Berufsrichtungen. Die Entwicklung von jungen Menschen. Das Ergreifen von Möglichkeiten. Weltweit."

Die Deutsche Schule Prag gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.