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Staats­an­ge­hö­rig­keit

In Ab­stim­mung mit den Aus­lands­ver­tre­tun­gen des Aus­wär­ti­gen Am­tes be­ar­bei­tet das BVA un­ter­schied­li­che Ver­fah­ren. Die oft tra­gi­schen Ein­zel­schick­sa­le sind da­bei in­di­vi­du­ell und mit Rück­sicht zu be­han­deln.

Im "Fest­stel­lungs­ver­fah­ren" prüft das BVA, ob An­trag­stel­ler noch die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit be­sit­zen. Vor al­lem in Ost­eu­ro­pa be­trifft dies Men­schen, de­ren Vor­fah­ren Deut­sche wa­ren.

An­spruch auf "Wie­der­ein­bür­ge­rung" ha­ben Op­fer des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sys­tems, de­nen die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit von 1933 bis 1945 rechts­wid­rig ent­zo­gen wur­de.

Deut­sche, die heu­te im Aus­land le­ben, ver­lie­ren in der Re­gel ih­re deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, so­bald sie ei­ne frem­de Staats­an­ge­hö­rig­keit an­neh­men. Um dies zu ver­mei­den, kön­nen sie beim BVA ei­ne "Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung" be­an­tra­gen.

Ei­ne wei­te­re Auf­ga­be: Ju­gend­li­che, die ne­ben der deut­schen ei­ne an­de­re Staats­bür­ger­schaft be­sit­zen, müs­sen nach Er­rei­chen der Voll­jäh­rig­keit er­klä­ren, wel­che Staats­an­ge­hö­rig­keit sie bei­be­hal­ten wol­len ("Op­ti­ons­ver­fah­ren"). Lebt der op­ti­ons­pflich­ti­ge Ju­gend­li­che im Aus­land, ist das BVA zu­stän­dig.

Die An­er­ken­nung von Aus­sied­lern und Spätaus­sied­lern er­folgt nach dem "Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­setz" (BVFG). Das BVA ent­schei­det über Auf­nah­me und re­gio­na­le Ver­tei­lung von Aus­sied­lern und Spätaus­sied­lern.

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Ti­tel
Grenzdurchgangslager Friedland

Aus­sied­ler­auf­nah­me­ver­fah­ren

Die Auf­nah­me der Per­so­nen, die we­gen ih­rer deut­schen Volks­zu­ge­hö­rig­keit auch heu­te noch von den Fol­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges und sei­nen Ne­ben­wir­kun­gen be­trof­fen sind, ist im Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­setz (BVFG) ge­re­gelt. Der Ge­setz­ge­ber hat die Zahl der jähr­lich auf­zu­neh­men­den Spätaus­sied­ler und Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen auf rund 100.000 Per­so­nen fest­ge­schrie­ben. Die Auf­nah­me die­ser Per­so­nen und die Steue­rung des Zu­zugs ge­hört zu den Kern­auf­ga­ben der Re­fe­rat­s­grup­pe BS II.

Teaserbild Ausstellung Menschenschicksale

Aus­stel­lung "Men­schen­schick­sa­le"

Das Bun­des­ver­wal­tungs­amt hat im Jahr 1982 ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on nach Ori­gi­nal­ak­ten über die Um­set­zung der Ras­se­n­ideo­lo­gie der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten mit­tels des Staats­an­ge­hö­rig­keits­rechts er­stellt. Sie um­fasst im We­sent­li­chen die Dar­stel­lung von Aus­bür­ge­run­gen pro­mi­nen­ter Per­so­nen (z. B. Tho­mas Mann, Al­bert Ein­stein) so­wie mensch­li­cher Ein­zel­schick­sa­le, die aus­zugs­wei­se dar­ge­stellt sind.

Teaserbild Beibehaltung

Bei­be­hal­tung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit

Lässt ein Deut­scher sich in ei­nem an­de­ren Staat ein­bür­gern, ver­liert er sei­ne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit. Das kön­nen Sie nur ver­hin­dern, wenn Sie vor der Ein­bür­ge­rung ei­ne Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung er­hal­ten ha­ben. Da­her soll­te der Bei­be­hal­tungs­an­trag im­mer zu­erst ge­stellt wer­den, al­so noch vor dem Ein­bür­ge­rungs­an­trag in dem je­wei­li­gen an­de­ren Staat.

Ein­bür­ge­rung

Bei der Ein­bür­ge­rung, die ent­we­der ge­mäß Rechts­an­spruch oder im Er­mes­sens­we­ge voll­zo­gen wer­den kann, er­folgt ei­ne Ver­lei­hung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit durch Ho­heits­akt. Das Bun­des­ver­wal­tungs­amt führt noch im­mer zahl­rei­che An­spruch­sein­bür­ge­run­gen im Rah­men staats­an­ge­hö­rig­keits­recht­li­cher Wie­der­gut­ma­chung auf­grund von Aus­bür­ge­run­gen wäh­rend der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Zeit durch.

Ent­las­sung aus der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit

Deut­sche kön­nen auf An­trag aus ih­rer Staats­an­ge­hö­rig­keit ent­las­sen wer­den, wenn sie sich in ei­nem an­de­ren Staat ein­bür­gern las­sen. Da­bei muss ge­währ­leis­tet sein, dass sie nicht staa­ten­los wer­den.

Fest­stel­lung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit
(Staats­an­ge­hö­rig­keits­aus­weis und Ne­ga­tiv­be­schei­ni­gung)

Im Ver­fah­ren zur Fest­stel­lung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit prüft das Bun­des­ver­wal­tungs­amt, ob der An­trag­stel­ler die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit be­sitzt.