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Aus­stel­lung "Men­schen­schick­sa­le"

Die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit im Drit­ten Reich: Ein­bür­ge­rung – Wi­der­ruf – Ab­er­ken­nung

Das Bun­des­ver­wal­tungs­amt hat im Jahr 1982 ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on nach Ori­gi­nal­ak­ten über die Um­set­zung der Ras­se­n­ideo­lo­gie der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten mit­tels des Staats­an­ge­hö­rig­keits­rechts er­stellt. Sie um­fasst im We­sent­li­chen die Dar­stel­lung von Aus­bür­ge­run­gen pro­mi­nen­ter Per­so­nen (z. B. Tho­mas Mann, Al­bert Ein­stein) so­wie mensch­li­cher Ein­zel­schick­sa­le, die aus­zugs­wei­se dar­ge­stellt sind.

Plakat der Ausstellung Menschenschicksale Plakat der Ausstellung Quelle: BVA

Die Aus­stel­lung

Das Bun­des­ver­wal­tungs­amt (BVA) ist für die Wie­der­ein­bür­ge­rung von im Aus­land le­ben­den ehe­ma­li­gen Deut­schen, de­nen in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus die Staats­an­ge­hö­rig­keit aus po­li­ti­schen, ras­si­schen oder re­li­gi­ösen Grün­den ent­zo­gen wor­den ist, und ih­ren Ab­kömm­lin­gen zu­stän­dig. Im Rah­men die­ser staats­an­ge­hö­rig­keits­recht­li­chen Wie­der­gut­ma­chung wer­den den Mit­ar­bei­tern des BVA in ih­rer täg­li­chen Ar­beit die Ein­zel­schick­sa­le der Ver­fol­gung durch die Be­hör­den des "Drit­ten Rei­ches" vor Au­gen ge­führt. Die Mög­lich­keit der Wie­der­ein­bür­ge­rung be­steht seit 1949 (Ar­ti­kel 116 Ab­satz 2 des Grund­ge­set­zes). Hier­aus ent­stand dann der Ge­dan­ke, die­se The­ma­tik mit ih­rem sen­si­blen In­halt ei­nem brei­te­ren Pu­bli­kum zu zei­gen. Aus vie­len Ori­gi­nal­do­ku­men­ten wur­de da­her die­se Aus­stel­lung zu­sam­men­ge­stellt.

Men­schen­schick­sa­le

Nach der so­ge­nann­ten "Machter­grei­fung" Hit­lers am 30. Ja­nu­ar 1933 wur­de schon bald das "Ge­setz über den Wi­der­ruf von Ein­bür­ge­run­gen und die Ab­er­ken­nung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit" vom 14. Ju­li 1933 er­las­sen, um die "ras­sen­po­li­ti­schen" Zie­le durch­zu­set­zen. Ziel der Aus­bür­ge­rungs­maß­nah­men die­ses Ge­set­zes wa­ren die in der Wei­ma­rer Re­pu­blik
ein­ge­bür­ger­ten Ju­den und die im Aus­land le­ben­den po­li­ti­schen Flücht­lin­ge. Die aus­zugs­wei­se dar­ge­stell­ten Ein­zel­schick­sa­le zei­gen ein­dring­lich den na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ras­sen­wahn und die staat­li­che Will­kür. Die amt­li­chen Ent­schei­dun­gen er­gin­gen un­ter dem prä­gen­den Ein­fluss der NS­D­AP nach de­ren Vor­ga­ben. Die Aus­stel­lung soll den rück­sichts­lo­sen Miss­brauch des Staats­an­ge­hö­rig­keits­rechts durch die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­ha­ber auf­zei­gen.

Staats­an­ge­hö­rig­keits­recht­li­cher Hin­ter­grund

Aus­zug aus dem Ge­setz über den Wi­der­ruf von Ein­bür­ge­run­gen und die Ab­er­ken­nung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit vom 14.07.1933 (RG­Bl I, S. 480) :

§ 1: "Ein­bür­ge­run­gen, die in der Zeit zwi­schen dem 9. No­vem­ber 1918 und dem 30. Ja­nu­ar 1933 vor­ge­nom­men wor­den sind, kön­nen wi­der­ru­fen wer­den, falls die Ein­bür­ge­rung nicht als er­wünscht an­zu­se­hen ist."

Aus­zug aus der Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Ge­set­zes über den Wi­der­ruf von Ein­bür­ge­run­gen und die Ab­er­ken­nung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit vom 26.07.1933 (RG­Bl I, S. 538) :

"Ob ei­ne Ein­bür­ge­rung als nicht er­wünscht an­zu­se­hen ist, be­ur­teilt sich nach völ­kisch-na­tio­na­len Grund­sät­zen. Im Vor­der­grun­de ste­hen die ras­si­schen, staats­bür­ger­li­chen und kul­tu­rel­len Ge­sichts­punk­te für ei­ne den Be­lan­gen von Reich und Volk zu­träg­li­che Ver­meh­rung der deut­schen Be­völ­ke­rung durch Ein­bür­ge­rung. […] Hier­nach kom­men für den Wi­der­ruf der Ein­bür­ge­rung ins­be­son­de­re in Be­tracht: a) Ost­ju­den […]"

Das Ge­setz ziel­te zu­sam­men mit dem zeit­gleich ge­schaf­fe­nen Ge­setz über die Ein­zie­hung volks- und staats­feind­li­chen Ver­mö­gens auf die Aus­bür­ge­rung der wäh­rend der Wei­ma­rer Re­pu­blik ein­ge­bür­ger­ten Ju­den und po­li­ti­schen Flücht­lin­ge so­wie auf die Be­schlag­nah­mung ih­res Ver­mö­gens ab. Ins­ge­samt wur­den mit Hil­fe die­ses Ge­set­zes ca. 40.000 Men­schen aus­ge­bür­gert. Dar­über hin­aus ver­lo­ren mit der 11. Ver­ord­nung zum Reichs­bür­ger­ge­setz vom 25.11.1941 al­le über die Reichs­gren­ze de­por­tier­ten und ge­flüch­te­ten Ju­den ih­re deut­sche Staats­bür­ger­schaft.

Ziel­grup­pe

Die Ziel­grup­pe der Aus­stel­lung "Men­schen­schick­sa­le" um­fasst brei­te Krei­se der Be­völ­ke­rung. Ins­be­son­de­re rich­tet sie sich je­doch an Ju­gend­li­che, El­tern, Schul­klas­sen und an die­je­ni­gen, die im Rah­men ih­rer Bil­dungs­ar­beit Kennt­nis­se zur na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Dik­ta­tur ver­mit­teln.

Bit­te spre­chen Sie uns an, wenn Sie die Aus­stel­lung auch in Ih­rer Ein­rich­tung zei­gen möch­ten.

Die ge­sam­te Aus­stel­lung um­fasst 45 Bild­trä­ger. Bei ei­ner Grö­ße von ca. 60 x 85 cm (DIN A1) wer­den ca. 45 lfd. Me­ter Aus­stel­lungs- bzw. Wand­flä­che be­nö­tigt. So­fern kei­ne ent­spre­chen­de Auf­hän­ge­vor­rich­tun­gen vor­han­den sind, sind z.B. Stell­wän­de mit ei­ner Hö­he von min­des­tens ca. 2 Me­tern er­for­der­lich.

Der Trans­port und der Auf-/Ab­bau der Aus­stel­lung er­folgt in der Re­gel durch Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Bun­des­ver­wal­tungs­am­tes. Leih­ge­büh­ren für die Aus­stel­lung ent­ste­hen nicht.

Die Aus­stel­lung "Men­schen­schick­sa­le" ist auch stän­dig im Haupt­ge­bäu­de des Bun­des­ver­wal­tungs­am­tes zu se­hen (bit­te brin­gen Sie Ih­ren Per­so­nal­aus­weis mit - ei­ne Ter­mi­n­ab­spra­che ist er­for­der­lich!).

Glie­de­rung der Aus­stel­lung

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Glie­de­rung er­hal­ten Sie hier.

Ihr Kontakt

Herr Lo­thar Schulz

Telefon:
+49 (0) 22899 358 4166

E-Mail:
Ausstellung-Menschenschicksale@bva.bund.de

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