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Chefsessel gegen Schulbank eingetauscht

Datum 28.09.2017

Führende Wirtschaftsvertreter aus Südamerika waren am 21. September zu Gast an der Deutschen Schule Colegio Humboldt São Paulo. Vor knapp 300 Gästen diskutierten sie in der Veranstaltung "Schule trifft..." mit Schülerinnen und Schülern.














Die Veranstaltung, in der sich Schülerinnen und Schüler in einer Podiumsdiskussion mit bekannten Personen austauschen, fand bereits zum zweiten Mal statt. Nachdem im letzten Jahr die berühmten "Scorpions" zu Gast waren, saßen nun führende Wirtschaftsvertreter Brasiliens auf dem Podium der Schulaula. Moderiert haben Carina Cipriano, Auszubildende zur Speditionskauffrau, Laura Saenz, Schülerin der 11. Klasse des brasilianischen Zweiges und der deutsche Abiturient Philipp Köhler.

Hans Wagner, Leiter der Weiterbildung, begrüßte alle Anwesenden, insbesondere die Podiumsgäste Philipp Schiemer, Präsident von Mercedes Brasilien, Martin Gellert, CFO von Bayer Brasilien, und Niklaas Hofmann vom DGB-Bildungswerk, die für diese Veranstaltung ihre Chefsessel gegen die Schulbank tauschten. Sebastian Fuchs, Kulturreferent des Deutschen Generalkonsulats, zeigte die Bedeutung der Verzahnung zwischen Schule und Wirtschaft auf und meinte, solche Veranstaltungen seien als "Informationsaustausch zwingend notwendig".













Duale Ausbildung als Sprungbrett

Zunächst befragten die jungen Moderatoren die Gäste zu ihrer Schulzeit. Philipp Schiemer machte deutlich, dass man nicht Klassenbester sein müsse, um beruflich erfolgreich zu sein. Für Martin Gellert war eine duale Ausbildung als Wirtschaftsassistent das Sprungbrett für seine Karriere. "Ich kann jedem eine duale Ausbildung empfehlen", betonte er. Niklaas Hofmann unterstrich, dass man zwar nicht alles in der Schule Gelernte später benötige, doch eine gute schulische Bildung das Fundament für den späteren Erfolg sei.

Der Hauptteil wurde durch einen Film eingeleitet, den Berufsschülerinnen und Berufsschüler des ersten Ausbildungsjahres im Rahmen eines Projekts produziert hatten. In der anschließenden Diskussion zeigte sich sehr schnell, dass die vom Binnenmarkt Brasiliens abhängigen Unternehmen deutlich stärker von der Krise getroffen wurden als andere, die vorrangig für den Export produzieren. Aber die Unternehmensvertreter zeigten auch mögliche Auswege aus der schwersten Wirtschaftskrise der brasilianischen Geschichte auf.

Schiemer forderte vor allem "Rechtssicherheit und Arbeitsmarktreformen", ohne die die Unternehmen wenig Investitionsanreize hätten und nahm die Politik in die Pflicht. Hofmann wies darauf hin, die Arbeitnehmerrechte nicht aus dem Auge zu verlieren. Gellert appellierte an die Schülerinnen und Schüler, die "Compliance" zu beachten. "Spielt nach den Regeln, Regeltreue ist nicht nur für Unternehmen sondern für eine Gesellschaft als Ganze unablässig", so seine Aufforderung an die Anwesenden. Dies untermauerte Hofmann, indem er von den Jugendlichen forderte, korrekt und gleichzeitig kritisch zu sein und Dinge zu hinterfragen.













Nach Brasilien zurückkehren

Am Ende stellten sich die Gäste den Fragen aus dem Publikum. Julia Homsi, Industriekauffrau aus dem zweiten Ausbildungsjahr, wollte wissen, welche Argumente es für junge Leute gäbe, in Brasilien zu bleiben. "Die jungen Brasilianer sollen ins Ausland gehen, aber viel wichtiger ist doch, dass sie nach dem Studium oder der Ausbildung nach Brasilien zurückkehren", hob Schiemer hervor.

Unter großem Applaus endete die 90-minütige Veranstaltung, die von Ingo Umstätter, Leiter des Bereichs Deutsch als Fremdsprache (DaF), und Heiko Weinhappl, Leiter der dualen Berufsschule, organisiert wurde. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden noch weiter.

Das Berufsbildungszentrum der Deutschen Schule Colegio Humboldt São Paulo gehört zu den 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder betreut werden. Die ZfA fördert die Schulen in personeller, finanzieller und pädagogischer Hinsicht und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Sie berät bei der Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil, beim Aufbau des Deutschunterrichts in lokalen Schulen und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards. An rund zehn berufsbildenden Zentren im Ausland wird die duale Ausbildung in kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen angeboten.