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DHPS Windhoek: Förderung der Vielfalt durch Inklusion

Datum 27.06.2017

Eine von zwei Zweitplatzierungen im Wettbewerb "DAS - Gemeinsam lernen und leben: Inklusion an Deutschen Auslandsschulen" des Auswärtigen Amts belegte 2017 die Deutsche Höhere Privatschule Windhoek (DHPS).

Zur Preisverleihung in Berlin kam eine Delegation der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek, unter ihnen auch die Lehrerin Tatjana Metzger (2. v. r.)Quelle: Dirk Enters/ZfA

Die Unterrichtsstunde ist zu Ende. Tatjana Metzger packt ihre Sachen zusammen. Ein Schüler geht auf sie zu. "Ich kann Ihnen tragen helfen", bietet er seiner Lehrerin an.

Tatjana Metzger ist seit 2012 an der Schule in Windhoek, war zunächst Erzieherin in der Vorschule. Seit Januar 2016 unterrichtet sie in der Grundstufe. Aufgrund einer frühkindlichen Hirnschädigung benötigt sie zum Laufen eine Gehhilfe. Es fällt ihr schwer, sich im Raum zu orientieren. "Meine Schüler wissen, was ich kann und was nicht und gehen sehr offen und ehrlich mit mir und mit sich untereinander um", meint sie. "Sie haben ein natürliches Verständnis dafür entwickelt, was Andersartigkeit bedeutet und zeigen viel Toleranz gegenüber anderen."

Im schuleigenen Förderzentrum werden einzelne Schülerinnen und Schüler individuell unterstütztQuelle: Deutsche Höhere Privatschule Windhoek

Dieses Verständnis zu fördern, ist erklärtes Ziel der Inklusionsgruppe der DHPS. Damit will die Schule ein Bewusstsein für das "Anderssein" in der gesamten Schulgemeinschaft schaffen.

"Die DHPS ist eine Schule für alle. Von der Vielfalt der Nationen, Kulturen, Sprachen und auch der Begabungen profitieren alle Schülerinnen und Schüler", betont DHPS-Schulleiterin Kristin Eichholz. Die Begegnung zwischen Schülerinnen und Schülern verschiedener ethnischer und sprachlicher Herkunft wird durch Klassenfahrten, Wettkämpfe und jahrgangsübergreifende Projekte auch außerhalb des Unterrichts gelebt.

Förderung im und außerhalb des Unterrichts

Bei den Special Olympics World Winter Games belegten die Athletinnen und Athleten im Hallenhockey den dritten PlatzQuelle: Deutsche Höhere Privatschule Windhoek

Schon während des Aufnahmeverfahrens an der DHPS wird der Förderbedarf der Kinder geprüft und mit Eltern und Lehrkräften besprochen. Die spezifische Förderung geschieht durch diverse Lernhilfen im Unterricht oder in Zusatzangeboten. Dabei geht die Schule sowohl auf lernschwache als auch auf leistungsstarke Schülerinnen und Schüler ein.

Im schuleigenen Diagnose- und Förderzentrum wird mit einzelnen Kindern und Jugendlichen gezielt gearbeitet. Je nach Bedarf ist bei Klassenarbeiten eine längere Bearbeitungszeit, eine Schreibhilfe oder eine Notenbefreiung vereinbart. Manchen steht eine Lernbegleitung zur Seite. Nicole Fleischmann begleitet seit November 2016 zwei Schülerinnen, unterstützt sie im Unterricht und motiviert sie zur Mitarbeit. "Dadurch bekommen sie die Chance, ihr volles Potenzial zu entfalten und bessere Leistungen zu erzielen", sagt die junge Frau aus Deutschland. "So helfe ich Heranwachsenden, Strukturen zu entwickeln, um sich im Schulsystem besser einfinden zu können."

Das jüngste Inklusionsprojekt der DHPS war die Teilnahme an den Special Olympics World Winter Games im März 2017. Vier Jugendliche von der DHPS ohne Behinderung traten in einem paralympischen Team mehrerer Windhoeker Schulen in Österreich an und belegten beim Hallenhockey den dritten Platz. "Wir sind stolz auf die Kooperation mit den Athleten der Special Olympics und dankbar, ein Teil dieses Projektes zu sein", freut sich Schulleiterin Eichholz.

Die Deutsche Höhere Privatschule Windhoek gehört zu den 140 Deutschen Auslandsschulen weltweit, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts offiziell betreut werden. Auf der Grundlage des Auslandsschulgesetzes nimmt die ZfA die Schulaufsicht wahr, berät und fördert die Schulen personell, finanziell sowie pädagogisch und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Die Deutschen Auslandsschulen sind Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs. Sie legen Wert auf die Mehrsprachigkeit und individuelle Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler, die sowohl deutsche als auch internationale und einheimische Schulabschlüsse erwerben können.