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So­zia­le Ab­si­che­rung bei Be­schäf­ti­gung im Aus­land

Mit der Über­sied­lung und Be­schäf­ti­gungs­auf­nah­me an Deut­schen Aus­lands­schu­len oder aus­län­di­schen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen er­ge­ben sich so­wohl für die Lehr­kräf­te, als auch für de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge, häu­fig Fra­gen ar­beits- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Art.



All­ge­mei­ne Hin­wei­se

Grund­sätz­lich gel­ten für im Aus­land be­schäf­tig­te Per­so­nen nach dem Ter­ri­to­ri­al­prin­zip nicht die deut­schen Rechts­vor­schrif­ten über die Ver­si­che­rungs­pflicht, son­dern die Rechts­vor­schrif­ten des Staa­tes, in dem die Tä­tig­keit aus­ge­übt wird.

In­wie­weit deut­sches oder aus­län­di­sches So­zi­al­ver­si­che­rungs­recht zur An­wen­dung kommt bzw. wel­che be­stimm­ten Be­rei­che der so­zia­len Si­cher­heit er­fasst wer­den ("sach­li­cher Gel­tungs­be­reich"), muss je­weils im Ein­zel­fall vor der Über­sied­lung in das Gast­land ent­schie­den wer­den.

Die ein­zel­nen Spar­ten der deut­schen ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung sind:

  • Kran­ken­ver­si­che­rung (ein­schließ­lich der Geld­leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers bei Ar­beits­un­fä­hig­keit und Mut­ter­schaft),
  • Pfle­ge­ver­si­che­rung,
  • Ren­ten­ver­si­che­rung,
  • Un­fall­ver­si­che­rung,
  • Ar­beits­för­de­rung (Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung) so­wie
  • Fa­mi­li­en­leis­tun­gen (z.B. Kin­der­geld oder El­tern­geld).

Dop­pel­ver­si­che­rung im "ver­trags­lo­sen Aus­land"

Mit dem Ver­trags­be­ginn an ei­ner deut­schen Aus­lands­schu­le bzw. aus­län­di­schen Bil­dungs­ein­rich­tung en­det die Ver­si­che­rungs­pflicht in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in al­len Zwei­gen der ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung. Das gilt auch für die mit­aus­rei­sen­den Ehe- und Le­ben­s­part­ner (Ter­ri­to­ri­al­prin­zip).

Der aus­län­di­sche Staat, in dem die Be­schäf­ti­gung aus­ge­übt wird, wen­det grund­sätz­lich sei­ne ei­ge­nen Rechts­vor­schrif­ten an. Be­steht zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und dem je­wei­li­gen Staat kein So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men, so kann die deut­sche Lehr­kraft im Aus­land zur Zah­lung von Ver­si­che­rungs­bei­trä­gen des Be­schäf­ti­gungs­staa­tes her­an­ge­zo­gen wer­den (dies gilt auch für aus dem Lan­des­schul­dienst be­ur­laub­te Be­am­te und An­ge­stell­te). Be­ste­hen zur glei­chen Zeit in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gül­ti­ge Ver­trä­ge (z.B. in der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung), so kann es zu "Dop­pel­ver­si­che­run­gen" kom­men.



Über- und zwi­schen­staat­li­ches So­zi­al­ver­si­che­rungs­recht

In Staa­ten mit de­nen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men ab­ge­schlos­sen hat (Ver­trags- bzw. Mit­glieds­staa­ten) er­gibt sich der Grund­satz, dass Ar­beit­neh­mer den Rechts­vor­schrif­ten des Ver­trags- oder Mit­glieds­staa­tes un­ter­lie­gen. Ent­schei­dend da­für, ob für Aus­lands­dienst­lehr­kräf­te und Bun­des­pro­gramm­lehr­kräf­te die ört­li­chen oder die deut­schen So­zi­al­ver­si­che­rungs- und Bei­trags­pflich­ten gel­ten, ist al­lein der Ort, an dem sie ih­re Lehr­tä­tig­keit aus­üben. Der Wohn­sitz oder der Sitz des Ar­beit­ge­bers ist grund­sätz­lich nicht re­le­vant. Das gilt auch für die be­ur­laub­ten Be­am­ten. Ziel die­ser Re­ge­lun­gen ist es, ei­ne Dop­pel­ver­si­che­rung in den So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­te­men ver­schie­de­ner Staa­ten aus­zu­schlie­ßen.

Ei­ne gleich­zei­ti­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in den deut­schen ge­setz­li­chen Ver­si­che­run­gen ist nicht mög­lich.

In den So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men wird auch be­stimmt, wie aus­län­di­sche Ver­si­che­rungs­zei­ten bei ei­ner deut­schen Leis­tungs­fest­stel­lung zu be­rück­sich­ti­gen sind (z.B. An­er­ken­nung der Ren­ten­ver­si­che­rungs­zei­ten).

Ab­kom­men­staa­ten

Für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist die Deut­sche Ver­bin­dungs­stel­le Kran­ken­ver­si­che­rung Aus­land -DV­KA- in­ter­na­tio­na­les Bin­de­glied zwi­schen den So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­te­men der ver­schie­de­nen Ab­kom­men­staa­ten. Sie er­bringt um­fas­sen­de Ser­vice­leis­tun­gen im Rah­men der Ab­kom­mens­re­ge­lun­gen mit über 40 Staa­ten.

Mit­glieds­staa­ten

Ar­beit­neh­mer, Be­am­te, Selbst­stän­di­ge, Stu­den­ten und Rent­ner so­wie de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge ge­nie­ßen in­ner­halb des Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­rau­mes (EWR) den Schutz der Ge­mein­schafts­be­stim­mun­gen zur so­zia­len Si­cher­heit. Auf­grund der EWG VO 1408/71 und 574/72 ha­ben al­le EU-Staa­ten so­wie Nor­we­gen und die Schweiz das EU-Recht über­nom­men. An­sprech­part­ner zu die­sen Re­ge­lun­gen sind hier die DV­KA und die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung - DRV -.

Aus­nah­me­re­ge­lun­gen

In Aus­nah­me­fäl­len kommt es an Stel­le der An­wen­dung der aus­län­di­schen zur An­wen­dung der deut­schen Rechts­vor­schrif­ten. Soll das deut­sche So­zi­al­ver­si­che­rungs­recht wei­ter­hin zur An­wen­dung kom­men, ist recht­zei­tig vor Ver­trags­be­ginn ge­mein­sam mit der Zen­tral­stel­le für das Aus­lands­schul­we­sen (ZfA) in Köln ein "An­trag auf Wei­ter­gel­tung der deut­schen Rechts­vor­schrif­ten" zu stel­len. Ziel sol­cher Re­ge­lun­gen ist es, ei­ne gleich­zei­ti­ge Ver­si­che­rung ("Dop­pel­ver­si­che­rung") in den So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­te­men ver­schie­de­ner Staa­ten aus­zu­schlie­ßen.

Ei­ne Aus­nah­me­ver­ein­ba­rung zur Wei­ter­gel­tung der deut­schen Rechts­vor­schrif­ten gilt ein­heit­lich für al­le Be­rei­che der so­zia­len Si­cher­heit. Es ist da­her aus­ge­schlos­sen, dass für die Lehr­kräf­te im Aus­land auf­grund ei­ner Aus­nah­me­ver­ein­ba­rung bei­spiels­wei­se hin­sicht­lich der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung die aus­län­di­schen und in den üb­ri­gen Be­rei­chen die deut­schen Rechts­vor­schrif­ten gel­ten.

Im Ein­klang mit den ge­mein­sa­men Zu­wen­dungs­richt­li­ni­en des Aus­wär­ti­gen Am­tes und der ZfA kön­nen die Aus­nah­me­re­ge­lun­gen je­doch nur für be­ur­laub­te Aus­lands­dienst­lehr­kräf­te (Be­am­te und An­ge­stell­te) und ver­be­am­te­te Bun­des­pro­gramm­lehr­kräf­te er­wirkt wer­den. Bei Ver­trags­ver­län­ge­run­gen ist der An­trag er­neut zu stel­len.

Be­ur­laub­te Lan­des­pro­gramm­lehr­kräf­te stel­len den An­trag auf Wei­ter­gel­tung der deut­schen Rechts­vor­schrif­ten bei ih­rer Hei­mat­schul­be­hör­de.

Die wei­te­re An­wen­dung der deut­schen Rechts­vor­schrif­ten über so­zia­le Si­cher­heit ist ge­gen­über den zu­stän­di­gen Stel­len des Be­schäf­ti­gungs­staa­tes mit dem Be­schei­ni­gung A 1 (in EU-Staa­ten: A 1) nach­zu­wei­sen.


Aus­lands­ver­si­che­run­gen

In den meis­ten Län­dern der Welt müs­sen in Deutsch­land Ver­si­cher­te auf­grund ge­setz­li­cher oder ver­trag­li­cher Re­ge­lun­gen min­des­tens ei­nen Teil der me­di­zi­ni­schen Leis­tun­gen und Kos­ten für Me­di­ka­men­te pri­vat be­zah­len - auch in­ner­halb Eu­ro­pas. Ein aus me­di­zi­ni­scher Sicht sinn­vol­ler not­wen­di­ger Rück­trans­port aus dem Aus­land ist im­mer ei­ne Pri­vat­leis­tung.

Set­zen Sie sich vor der Über­sied­lung in das Gast­land mit Ih­rer Kran­ken­ver­si­che­rung in Ver­bin­dung und las­sen Sie klä­ren, ob und zu wel­chen Kon­di­tio­nen Ih­re Ver­si­che­rung be­reit ist, Sie im Aus­land wei­ter zu ver­si­chern. Wei­sen Sie Ih­re Ver­si­che­rung dar­auf hin, dass es sich nicht um ei­ne Ent­sen­dung (im Sin­ne des § 4 SGB V) han­delt, son­dern um ein Ar­beits­ver­hält­nis nach aus­län­di­schem Recht.

Es ist wei­ter­hin zu prü­fen, ob für den dau­er­haf­ten Auf­ent­halt und die Tä­tig­keit als Lehr­kraft im Aus­land der Ab­schluss ei­ner spe­zi­el­len Aus­lands­ver­si­che­rung (bzw. Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung) in Deutsch­land emp­feh­lens­wert ist.

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