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Die Nibelungen zu Gast in Rumänien

Datum 29.06.2016

Beim SAM-Projekt "Nibelungen" brachte Dr. Detlef Goller von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Schülerinnen und Schülern der DSD Schulen in Constanta und Bukarest das deutsche Mittelalter nahe.

Plakat zum Königinnenstreit Die Nibelungen zu Gast in RumänienQuelle: Andreas Welsch

In Bukarest waren die 32 Schülerinnen und Schüler ebenso erstaunt wie drei Tage zuvor ihre 35 Kolleginnen und Kollegen in Constanta, als Detlef Goller sein Projekt damit begann, ihnen die ersten beiden Strophen des Nibelungenliedes im Original zu rezitieren: Das also sollte Deutsch sein, was sie da hörten. Und wie sollte man diese Sprache je verstehen lernen?

Der Skepsis in den Blicken wich jedoch schnell der Neugier und dem Interesse an dem spannungsgeladenen Stoff des Nibelungenliedes, welches für die Deutschen aufgrund seiner großen Helden und der starken und streitlustigen Frauen längst zu einem Nationalepos geworden ist. Siegfried, Gunther, Hagen von Tronje sowie die rachsüchtige Kriemhild und die isländische Königin Brünhild, die sich zunächst alle im ersten Teil des Liedes am Wormser Königshof versammeln, übten eine große Faszination auf alle Beteiligten des Projekts aus.

Intensive Filmanalyse mit dem kulturweit-Freiwilligen Fynn Withake Die Nibelungen zu Gast in RumänienQuelle: Andreas Welsch

Während die Schülerinnen und Schüler in Constanta nach der Lektüre wichtiger Textpassagen Steckbriefe zu den Helden und den Königinnen verfassten, konzentrierten sich die Bukarester Jugendlichen auf die filmische Analyse des Königinnenstreits zwischen Brünhild und Kriemhild – dem Kernstück des Nibelungenliedes. Dabei wurde während der Unterrichtseinheiten in beiden Städten deutlich, dass eine sinnvolle und aufschlussreiche Besprechung der Figuren nur möglich war, wenn entsprechende Wortschatzarbeit geleistet wurde und Begriffe wie Held, Ritter, höfische Tradition, Verrat, Treue, Stolz, Ehrgefühl und Rache im Vorfeld geklärt wurden. Hierzu gab es in Gruppenarbeiten reichlich Gesprächsstoff, der natürlich auf Deutsch besprochen werden musste.

Experimentieren mit vielfältigen Darstellungsformen

Wie in zahlreichen anderen Workshops von Detlef Goller durften die Schülerinnen und Schüler auch mit verschiedenen Darstellungsformen im Unterricht experimentieren. Neben der Erstellung von Plakaten und der Präsentation des jeweiligen Filmausschnitts zum Königinnenstreit – hierzu lagen drei unterschiedliche Verfilmungen aus den Jahren 1924, 1967 und 2004 vor – sollten die Jugendlichen in Bukarest auch typische Standbilder kreieren, um so die Figuren analysieren sowie charakterisieren und in ihren Beziehungen zueinander darstellen zu können.

Präsentation der Schüler in Bukarest mit Standbild zum Königinnenstreit Die Nibelungen zu Gast in RumänienQuelle: Andreas Welsch

In Constanta wiederum präsentierten die Schülerinnen und Schüler am Ende des Workshops ein Radiointerview, bei dem einer der Helden bzw. eine der beiden Königinnen von mehreren Reportern zur eigenen Situation und Befindlichkeiten befragt wurde und darüber Auskunft geben musste. Die Jugendlichen waren von den Figuren so fasziniert, dass sich Detlef Goller am Ende des Projekts gerne noch die Zeit nahm, das Schicksal aller Helden im weiteren Verlauf des Nibelungenliedes bis zum tragischen Ende an Etzels Hof zu erklären.

So konnte ein ereignisreiches SAM-Projekt der ZfA nach insgesamt fünf Tagen den Skeptikern beweisen, dass moderner Fremdsprachenunterricht in Deutsch nicht unbedingt moderne Themen braucht, sondern der Rückgriff auf die Wurzeln der deutschen Geschichte und Sprache durchaus große Begeisterung und ein starkes Interesse bei den Jugendlichen auszulösen imstande ist.

Interview von Schülerinnen mit "Kriemhild" Die Nibelungen zu Gast in RumänienQuelle: Andreas Welsch

Andreas Welsch, Fachschaftsberater in Bukarest

Die Gruppe in Constanta mit Detlef Goller und Fachschaftsberater Andreas Welsch Die Nibelungen zu Gast in RumänienQuelle: Andreas Welsch