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PASCH-Alumna Seda Sargsyan informiert über Studium in Deutschland

Datum 26.05.2017

Im Rahmen des von ZfA, Goethe-Institut, PAD und DAAD gemeinsam durchgeführten PASCH-Mentoring-Programms berichtete die Armenierin Seda Sargsyan am 7. April an ihrer ehemaligen Schule, der 119. Oberschule "Benjamin Jamkotschian", von ihren Erfahrungen mit dem Studium und Leben in Deutschland.













Bei dem PASCH-Mentoring-Programm betreuen seit Februar 27 in Deutschland studierende PASCH-Alumni als Mentorinnen und Mentoren Studienanfänger in Deutschland, die Mentees. Weitere sieben PASCH-Botschafter informieren unter anderen in ihren Heimatländern über die PASCH-Initiative und das Studium in Deutschland.

Seda Sargsyan hat sich als PASCH-Botschafterin engagiert: Sie nutzte ihren Heimaturlaub in Armenien im April, um an ihrer alten Schule vor interessierten Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern vom Studium in Deutschland zu berichten und Fragen nach der Finanzierung und den Lebensbedingungen zu beantworten. Die junge Frau ist eine der Schülerinnen, welche die 119. Oberschule mit dem Deutschen Sprachdiplom der Stufe II verlassen haben.

Bei armenischen Schülerinnen und Schülern besteht großes Interesse an einem Studium in Deutschland PASCH-Alumna Seda Sargsyan informiert über Studium in DeutschlandQuelle: T. Blumenrath

In ihrem Fall liegt der Schulabschluss nun schon drei Jahre zurück - drei Jahre, in denen die PASCH-Alumna in Deutschland zunächst das Studienkolleg in Heidelberg besucht hatte, bevor sie an die Heinrich-Heine-Universität in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt wechselte, um dort ihr Betriebswirtschaftsstudium zu beginnen.

Großes Interesse an Studium in Deutschland

Das Interesse an einem Studium in Deutschland ist unter armenischen Schülerinnen und Schülern traditionell groß und nimmt in den letzten Jahren in der Metropole sogar noch zu: Immer mehr Schulen in Eriwan suchen nach Möglichkeiten, den Deutschunterricht auszubauen, oder führen Deutsch neu ein. Oft werden sie dabei von ZfA und Goethe-Institut beraten. So war es nicht verwunderlich, dass kein Platz in der Aula unbesetzt blieb und in den über eineinhalb Stunden viele, ganz unterschiedliche Fragen beantwortet werden konnten.

Dies auch deshalb, weil sich die ehemalige DSD-Schülerin Unterstützung für ihre Präsentation mitgebracht hatte. Organisiert worden war der Vortrag im Vorfeld vom ZfA-Fachschaftsberater Thomas Blumenrath, der zudem die Kolleginnen vom DAAD eingeladen hatte. Gemeinsam mit Silvia Schmid, Leiterin des DAAD-Informationszentrums Eriwan, und ihrer Studien- und Programmberaterin Meri Navasardyan konnten so auch Fragen nach Stipendienmöglichkeiten oder dem unmittelbaren Hochschulzugang beantwortet werden.

Meri Navasardyan weist auf das vielfältige Info-Material hin, welches das DAAD-Team für die Besucher mitgebracht hat PASCH-Alumna Seda Sargsyan informiert über Studium in DeutschlandQuelle: T. Blumenrath

Finanzierung in Eigeninitiative

Trotz sehr guter Noten hatte Seda kein Stipendium für ihren Studienaufenthalt erhalten, sondern die Finanzierung in Eigeninitiative geregelt. Ein besonders spannendes Thema für die Anwesenden, denn die hohen Lebenshaltungskosten in Deutschland schrecken viele Armenier ab. Seda konnte aber anhand ihrer persönlichen Situation zeigen, dass man durchaus in der Lage ist, als Studentin etwas Geld nebenher zu verdienen, und gab zu bedenken, dass in Armenien in der Regel Studiengebühren gezahlt werden müssten, wohingegen das Studium in Deutschland kostenlos sei.

Der Besuch des Studienkollegs jedenfalls sei, so die Studentin, absolut empfehlenswert: Nicht nur, dass man auf diese Weise sehr schnell Freunde fände und in Deutschland Fuß fasse, auch der Unterricht sei hervorragend organisiert und es würden wesentliche Kompetenzen für das anschließende Studium vermittelt. Allerdings wurden die Studienkollegs in Deutschland in den vergangenen Jahren von einigen Bundesländern abgeschafft.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, so berichtet ZfA-Fachschaftsberater Thomas Blumenrath, gebe es daher mittlerweile verschiedene Pilotprojekte, die einen direkten Hochschulzugang ohne den Umweg über ein Studienkolleg ermöglichen. "Studienstart international" der Uni Köln und "Entrance to Expertise" der Universität Duisburg Essen sind zwei Projekte dieser Art, die der Fachschaftsberater kurz vorstellte.

Schülerinnen aus einer DSD I-Schule mit ihrem Lehrer Holger Schmidt (Landesprogrammlehrkraft aus Sachsen-Anhalt) PASCH-Alumna Seda Sargsyan informiert über Studium in DeutschlandQuelle: T. Blumenrath

Für den Direktor der 119. Oberschule, Hovhannes Karapetyan, war der Vortrag seiner ehemaligen Schülerin auch eine Möglichkeit, für den Deutschunterricht an seiner Schule zu werben. Nach dem Besuch der neunjährigen "Grundschule" stehen den Schülerinnen und Schülern in Armenien seit einer Schulreform vor einigen Jahren unterschiedliche weiterführende Schulformen zur Auswahl. Neben der neu eingeführten "Oberschule", die am ehesten mit einem Oberstufengymnasium zu vergleichen ist, können die Kinder Berufsschulen oder spezialisierte Colleges besuchen.

Für das DSD II-Programm stimmte es optimistisch, dass so viele Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 und 9 verschiedener DSD I-Schulen zum Vortrag von Seda gekommen waren. Denn ohne hervorragende Deutschkenntnisse, so wurde die Studentin nicht müde zu betonen, sei das Studium in Deutschland undenkbar.


Thomas Blumenrath, Fachschaftsberater