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Ich kann nicht zah­len? (Frei­stel­lung)

Wenn Ihr mo­nat­li­ches an­re­chen­ba­res Ein­kom­men den per­sön­li­chen Frei­be­trag von 1.145,00 EUR nicht über­steigt, kön­nen Sie auf An­trag von der Rück­zah­lung frei­ge­stellt wer­den. Die­ser Frei­be­trag kann sich um wei­te­re Be­trä­ge er­hö­hen. Ihr Ein­kom­men kann sich durch Ab­zü­ge ver­min­dern und er­gibt so­mit ihr an­re­chen­ba­res Ein­kom­men.

Durch ei­ne Frei­stel­lung ver­schiebt sich der Til­gungs­be­ginn. Sie wird in der Re­gel für 1 Jahr ge­währt und ist rück­wir­kend ma­xi­mal 4 Mo­na­te vor dem An­trag­s­ein­gang mög­lich. Soll­ten Sie bei­spiels­wei­se den An­trag zum 10.06.2014 ein­rei­chen, kann ei­ne Frei­stel­lung bei Vor­lie­gen der wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen ab 01.02.2014 ge­währt wer­den.

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Den An­trag kön­nen Sie be­quem form­los über un­ser On­li­ne­for­mu­lar auf der BAföG-on­line Sei­te stel­len.

Wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen:

  1. Sie er­hal­ten kein Ein­kom­men bzw. ein Ein­kom­men, das un­ter dem für Sie gel­ten­den Frei­be­trag liegt.
  2. Sie wei­sen mit ent­spre­chen­de Un­ter­la­gen nach, dass Sie die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Frei­stel­lung er­fül­len. Bit­te rei­chen Sie die Nach­wei­se im­mer bei uns ein, nicht bei der Bun­des­kas­se Hal­le.

Wel­che Frei­be­trä­ge gibt es?

Gel­ten­de Frei­be­trä­ge:

seit 01.08.2016

Ihr Frei­be­trag:1.145 EUR
Für Ih­ren Ehe­gat­ten/Le­ben­s­part­ner:570 EUR
Für je­des Kind:520 EUR

Die­se Frei­be­trä­ge kön­nen un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen be­rück­sich­tigt wer­den:

  • Die Ehe­gat­ten/Le­ben­s­part­ner oder die Kin­der er­hal­ten kein Ein­kom­men bzw. ein Ein­kom­men, das un­ter dem für sie gel­ten­den Frei­be­trag liegt.
  • Sie ste­hen nicht in ei­ner Aus­bil­dung, die nach BAföG oder nach § 56 SGB III ge­för­dert wer­den kann (§18a Abs. 1 S. 1, 2 und 3 BAföG).




Beispiel 1:

Grafik von Mutter und Kind

Ihr Kind erhält kein Einkommen.

Ermitteln des Freibetrags:

seit

01.08.2016

Ihr Freibetrag:1.145 EUR
+ Freibetrag für Ihr Kind:520 EUR
geltender Freibetrag insgesamt:1.665 EUR

Beispiel 2:

Grafik von Vater und zwei Kinder

Ihr 1. Kind erhält ein monatliches Nettoeinkommen von 1.000,00 EUR.

Ihr 2. Kind erhält kein Einkommen.

Ermitteln des Freibetrags:

seit

01.08.2016

Ihr Freibetrag:1.145 EUR
+ Freibetrag für das 1. Kind0 EUR
+ Freibetrag für das 2. Kind520 EUR
geltender Freibetrag insgesamt1.665 EUR

Zusätzliche Erhöhungen Ihres Freibetrags sind auf besonderen Antrag möglich:

  • Für Behinderungen ab 25% entsprechend den Aufwendungen nach § 33b EStG. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Beträge unter § 33b ESt um Jahresbeträge handelt.
  • Für Alleinstehende um den Betrag der notwendigen Betreuungskosten für das Kind. Das Kind muss jedoch unter 16 Jahren alt sein und im Haushalt von Ihnen leben. Zudem darf keine weitere volljährige Person im Haushalt leben. Für das erste Kind können max. 175,00 EUR Betreuungskosten und für jedes weitere Kind maximal 85,00 EUR angerechnet werden.

Beispiel 3:

Grafik von Vater und zwei Kinder

Alleinstehend und zwei Kinder unter 16 Jahren:

Ermitteln des Freibetrags:

seit

01.08.2016

Ihr Freibetrag:1.145 EUR
+ Freibetrag für Ihr 1.Kind:520 EUR
+ Betreuungskosten:175 EUR
+ Freibetrage für Ihr 2.Kind520 EUR
+ Betreuungskosten:85 EUR
geltender Freibetrag insgesamt:2.445 EUR

Beispiel 4:

Grafik: Mutter mit 2 größeren Kindern

Alleinstehend, 1. Kind 18 Jahre ohne Einkommen, 2. Kind 15 Jahre:

Ermitteln des Freibetrags:

seit

01.08.2016

Ihr Freibetrag:1.145 EUR
+ Freibetrag für Ihr 1. Kind:520 EUR
+ Betreuungskosten:0 EUR
+ Freibetrag für Ihr 2. Kind:520 EUR
+ Betreuungskosten:0 EUR
geltender Freibetrag insgesamt:2.185 EUR

Die Er­mitt­lung des an­re­chen­ba­ren Ein­kom­mens soll Ih­nen an­hand des fol­gen­den Bei­spiels er­läu­tert wer­den.

Beispiel bei nichtselbständiger Tätigkeit:

Alleinstehend, 1. Kind 18 Jahre ohne Einkommen, 2. Kind 15 Jahre:

Ermitteln des anrechenbaren Einkommensseit 01.08.2016
Monatliches Bruttoeinkommen:2.500 EUR

abzüglich der Werbungskostenpauschale
(83,34 EUR monatlich/ 1000,00 EUR jährlich)

oder erhöhte Werbungskosten (über 83,34 EUR monatlich),
die durch Steuerbescheid nachzuweisen sind.

83,34 EUR
abzüglich vermögenswirksame Leistungen
(nur Arbeitgeberanteil)
6,65 EUR
Zwischensumme2.410,01 EUR

abzüglich Pauschale für rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer.

Die Pauschale berücksichtigt z.B. Beiträge zur Pflegeversicherung
sowie zur privaten Unfall- und Lebensversicherung, § 21 Abs. 2 Nr. 1 BAföG.

Hier: 21,2 % (höchstens jedoch jährlich 13.000 EUR)

510,92 EUR
abzüglich Einkommen-/Lohnsteuer333,75 EUR
abzüglich Kirchensteuer (sofern vorhanden)0,00 EUR
abzüglich Solidaritätszuschlag18,35 EUR
abzüglich Rückzahlungsrate für den Bildungskredit
(Sollten Sie gleichzeitig Raten zur Rückzahlung des Bildungskredits tilgen).
0,00 EUR
abzüglich Mindesteigenbeitrag zur Riester-Rente (sofern vorhanden)
(§§ 82, 86 EStG)
0,00 EUR
anrechenbares Einkommen:1.546,99 EUR

Pau­scha­len für be­rück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Bei­trä­ge zur Pfle­ge­ver­si­che­rung so­wie zur pri­va­ten Un­fall- und Le­bens­ver­si­che­rung etc.:seit 01.08.2016

für ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Ar­beit­neh­mer und für Aus­zu­bil­den­de

(höchs­tens je­doch jähr­lich 13.000 EUR)

21,2 %

für nicht ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Ar­beit­neh­mer so­wie ren­ten- und ru­he­stands­be­rech­tig­te Per­so­nen im Ru­he­stands­al­ter (z.B. Be­am­te)

(höchs­tens je­doch jähr­lich 7.300 EUR)

15,0 %

für Nicht­ar­beit­neh­mer und auf An­trag von der Ver­si­che­rungs­pflicht be­frei­te Ar­beit­neh­mer bzw. ver­si­che­rungs­freie Ar­beit­neh­mer (z.B. Selbst­stän­di­ge, ge­ring­fü­gig Be­schäf­tig­te)

[höchs­tens je­doch jähr­lich 22.400 EUR]

37,0 %

für Per­so­nen im Ru­he­stands­al­ter, die nicht er­werbs­tä­tig sind und für sons­ti­ge Nich­t­er­werbs­tä­ti­ge (z.B. Rent­ner, Per­so­nen, die le­dig­lich Ein­künf­te aus Ka­pi­tal­ver­mö­gen und Ver­mie­tung und Ver­pach­tung er­zie­len)

[höchs­tens je­doch jähr­lich 7.300 EUR]

15,0 %

Wel­che Nach­wei­se Sie vor­le­gen müs­sen, hängt von Ih­rer per­sön­li­cher Si­tua­ti­on ab. Im Fol­gen­den ha­ben wir Ih­nen ei­ni­ge Bei­spie­le zu­sam­men­ge­stellt. Die maß­geb­li­chen Nach­wei­se kön­nen Sie be­quem über BAföG-on­line hoch­la­den und ge­mein­sam mit Ih­rem An­trag sen­den.

Taschenrechner und Geldscheine- by vergleichen und verdienen, pixelioQuelle: vergleichen u. verdienen, pixelio.de

Sie sind selbst­stän­dig:

  • Letz­ter vor­lie­gen­der Ein­kom­men­steu­er­be­scheid
  • Ak­tu­el­le Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung

Sie sind nicht­selbst­stän­dig:

  • Ak­tu­el­le Lohn-/Ge­halts­be­schei­ni­gung

Sie sind ar­beits­los:

  • Be­wil­li­gungs­be­scheid Ar­beits­lo­sen­geld I der Agen­tur für Ar­beit oder
  • Be­wil­li­gungs­be­scheid Ar­beits­lo­sen­geld II (Hartz IV Be­scheid) der Agen­tur für Ar­beit

Sie be­fin­den sich im Mut­ter­schutz:

  • Zu Be­ginn des Mut­ter­schut­zes: Be­schei­ni­gung des Ar­beits­ge­bers und der Kran­ken­kas­se über die Hö­he des Mut­ter­schafts­gel­des; letz­te ak­tu­el­le Ver­dienst­be­schei­ni­gung des Ar­beits­ge­bers
  • Kurz nach dem Mut­ter­schutz: El­tern­geld­be­scheid; El­tern­zeit­be­schei­ni­gung (falls Sie in El­tern­zeit ge­hen)

Bei Nich­t­er­werbs­tä­tig­keit:

  • So­fern Sie ver­hei­ra­tet sind: Ein­kom­men­steu­er­be­scheid aus ge­mein­sa­mer Ver­an­la­gung (das Ein­kom­men Ih­rer Ehe­gat­tin/Ih­res Ehe­gat­ten) kön­nen Sie schwär­zen
  • So­fern Sie nicht ver­hei­ra­tet sind: Be­schei­ni­gung des zu­stän­di­gen Fi­nanz­am­tes, dass Sie steu­er­lich nicht ver­an­lagt sind

Unterlagen; by plumbe, pixelioQuelle: plumbe, pixelio.de

Sie be­zie­hen Ren­te:

  • Ak­tu­el­ler Ren­ten­be­scheid

Sie er­hal­ten sons­ti­ge Ein­nah­men:

  • Ent­spre­chen­de Be­schei­ni­gun­gen über die Hö­he der Ein­nah­men

Was ge­schieht, wenn mein Ein­kom­men über dem für mich gel­ten­den Frei­be­trag liegt?

Über­schrei­tet Ihr an­re­chen­ba­res Ein­kom­men den Frei­be­trag, müs­sen Sie die Rück­zah­lungs­ra­te von mo­nat­lich 105,00 EUR bzw. die vier­tel­jähr­li­che Ra­te von 315,00 EUR zah­len.

Über­schrei­tet Ihr an­re­chen­ba­res Ein­kom­men den Frei­be­trag um we­ni­ger als 105,00 EUR, wird Ih­nen ei­ne Frei­stel­lung mit ei­ner ver­min­der­ten Ra­te ge­währt. Der Min­dest­be­trag für ei­ne mo­nat­li­che ver­min­der­te Ra­te liegt bei 10,00 EUR und kann sich in 5 Eu­ro-Schrit­ten er­hö­hen. Das be­deu­tet für Sie: Die Be­trä­ge der er­rech­ne­ten ver­min­der­ten Ra­te wer­den auf vol­le 5-Eu­ro-Be­trä­ge bzw. vol­le 10-Eu­ro-Be­trä­ge ab­ge­run­det.

Beispiel:

Ermitteln des Freibetragsseit 01.08.2016
Ihr Freibetrag: 1.145 EUR
+ Freibetrag für 1.Kind: 520 EUR
geltender Freibetrag insgesamt:1.665 EUR
Ihr anrechenbares Nettoeinkommen: 1.692,34 EUR
Nettoeinkommen – Freibetrag: = 27,34 EUR

Bei die­sem Bei­spiel liegt Ihr an­re­chen­ba­res Ein­kom­men mit 27,34 EUR über dem für Sie gel­ten­den Frei­be­trag. Ih­nen wür­de ei­ne Frei­stel­lung mit ei­ner ver­min­der­ten Ra­te von 25,00 EUR ge­währt. Sie müss­ten mo­nat­lich 25,00 EUR statt der üb­li­chen Rück­zah­lungs­ra­te von 105,00 EUR zah­len.

So­fern Ihr Dar­le­hen ins­ge­samt fäl­lig wird, ist ei­ne Frei­stel­lung nicht mehr mög­lich. In die­sem Fall greift auch die 4-mo­na­ti­ge Rück­wir­kung ab An­trags­mo­nat nicht mehr. Soll­ten Sie die fäl­li­gen Ra­ten nicht zah­len kön­nen, be­steht un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zung die Mög­lich­keit, ei­ne Stun­dung zu ge­wäh­ren.

§ 18 BAföG: „Ich begleite Sie mit Tipps und Hinweisen auf unseren BAföG-Seiten".

Tipp:

Wenn Ihnen eine Freistellung für 1 Jahr gewährt wird, merken Sie sich in Ihrem Kalender das Ende der Freistellung vor. Es wird Ihnen vor Ablauf der Freistellung keine neue Zahlungsaufforderung übersandt. Sollten Sie bei Vorliegen der Voraussetzungen nicht rechtzeitig einen Folgeantrag stellen, wird die nächste Rate fällig.